Aktivisten der „Neuen Generation“ haben am Freitagmorgen ein Tesla-Autohaus in Gundelfingen bei Freiburg besprüht. Mit blauer Farbe protestieren sie gegen Mitbegründer und CEO Elon Musk. Die Polizei will noch nicht viel zu dem Vorfall sagen.
Die beiden Aktivisten wurden von der Polizei festgenommen – gegen sie wird wegen Sachbeschädigung ermittelt.
Von Florian Dürr
Es ist bereits der zweite mutmaßlich politisch motivierte Farbanschlag gegen Tesla im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Nachdem in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Unbekannte vor der Tesla-Niederlassung im Freiburger Stadtteil St. Georgen Graffiti gesprüht hatten, gab es einen weiteren Vorfall. 15 Minuten Autofahrt entfernt in Gundelfingen haben zwei Aktivisten der „Neuen Generation“ am Freitagmorgen ein Tesla-Autohaus und mehrere Fahrzeuge mit blauer Farbe besprüht.
Polizei will sich noch nicht ausführlicher zu dem Vorfall äußern
Damit setze man „die weltweite Protestreihe gegen Tesla fort“, heißt es in einer Mitteilung der Aktivisten – und protestiere „gegen die Zerstörung der Demokratie in den USA durch den Tech-Faschisten Elon Musk und seine Unterstützung autoritärer Parteien in Europa.“
Die Polizei nahm die beiden Männer, die mit zwei mit Farbe befüllten Feuerlöschern das Gebäude sowie die Tesla-Autos besprüht haben sollen, fest. Gegen die Aktivisten wird wegen Sachbeschädigung ermittelt. Nach aktuellen Erkenntnissen belaufe sich der Schaden auf rund 20.000 Euro, wie ein Polizeisprecher mitteilte: „Die genaue Schätzung steht aber noch aus.“ Die Beamten wollten sich am Nachmittag auf Nachfrage noch nicht ausführlicher zu dem Vorfall am Freitagmorgen äußern, sondern erst, wenn man nach der Auswertung von Spuren und Zeugenbefragungen „ein vollständiges Bild“ habe, heißt es.
Graffiti in der Nacht zu Donnerstag nicht von der „Neuen Generation“?
Die beiden Männer posierten vor dem besprühten Autohaus mit zwei Plakaten: eines mit der Aufschrift „Tesla Takedown — Gegen die Allianz der Reichen und Rechten“, auf dem anderen stand „Neue Generation“. Einer der Aktivisten erklärte: „Musk steht für die gefährliche Zusammenarbeit von Super-Reichen und Super-Rechten, gegen die sich die Zivilgesellschaft verteidigen muss.“
Erst in der Nacht zum Donnerstag sollen Unbekannte vor dem Tesla-Gebäude im Freiburger Stadtteil St. Georgen mutmaßlich politisch motivierte Graffiti gesprüht haben. Dies sei jedoch keine Aktion der „Neuen Generation“ gewesen, berichteten die beiden Aktivisten am Freitagmorgen gegenüber der „Badischen Zeitung“.
Blau als Anspielung auf Elon Musks „Wahlkampfhilfe für die AfD“
Die Aktionen sind offenbar Teil einer globalen Protestwelle gegen Elon Musk. In Deutschland haben Aktivisten bereits Ende März in Berlin ein Tesla-Geschäft mit blauer Farbe besprüht – als Anspielung auf Elon Musks „Wahlkampfhilfe für die AfD“, wie die „Neue Generation“ erklärte.
Die Aktivisten sind unter neuem Namen und neuem Protestschwerpunkt aus der „Letzten Generation“ entstanden: Früher für Klimaschutz, jetzt unter anderem gegen Superreiche und Rechtsextremismus.