Die VfB-Jugend kämpft – und ist eine Runde weiter

Der VfB Stuttgart steht nach dem 3:2 bei Sporting Lissabon im Viertelfinale der Uefa Youth League. Dort trifft die Willig-Elf im Heimspiel auf den FC Barcelona.

Die VfB-Jugend kämpft – und ist eine Runde weiter

Großer Jubel nach dem zwischenzeitlichen 3:1 – der VfB steht in der nächsten Runde der Youth League

Von Philipp Maisel

Lissabon - Am Ende war es eine Frage des Willens. Als der Schiedsrichter nach neun Minuten Nachspielzeit im Estadio Aurelio Pereira in Lissabon die Partie zwischen Sporting Lissabon und dem VfB Stuttgart abpfiff, sanken die Akteure in den roten Trikots mit Brustring kraftlos zu Boden. Die Jubelwelle danach vor rund 100 mitgereisten Fans fiel spärlich aus. Und Mathaios Tsigkas, der Sturmtank des VfB, musste auf dem Weg zur Dopingkontrolle gestützt werden. Es war kein Tropfen Sprit mehr im Tank der U 19 des VfB, die Mannschaft hatte beim 3:2-Sieg zuvor alles auf dem Platz gelassen.

„Ich glaube, die Jungs freuen sich im Stillen heute, die genießen einfach“, gab Trainer Nico Willig Einblick in die Stuttgarter Kabine nach dem Ende der Partie. Kein Mucks drang aus ihr nach Außen, kein Jubel war zu hören. In aufreibenden 99 Minuten zuvor hatte sein Team nach dem frühen Nackenschlag – Sporting ging in der zweiten Minute in Führung – eine starke Reaktion gezeigt und sich minütlich gesteigert. „Da hat man gesehen, dass die Mannschaft bisher im Wettbewerb schon mehrfach solche Situationen erlebt hatte, gut mit ihnen umgehen kann und sogar Stärke daraus ziehen kann“, bilanzierte Daniel Teufel, der Sportliche Leiter des Stuttgarter Nachwuchsleistungszentrums (NLZ). Mit den Toren von Benjamin Boakye (34.) und Kapitän Efe Korkut (43.) bog der VfB das Spiel vollends auf seine Seite.

Nach dem Wiederanpfiff kontrollierte der VfB das Geschehen weiterhin. Der Kniff von Willig, Alex Azevedo auf der Linksverteidigerposition einzuwechseln, machte sich bezahlt. Denn Sporting kam fast ausschließlich über rechts – und dem hatte der drittligaerfahrene Azevedo mehr entgegenzusetzen als Yannik Spalt in den ersten 45 Minuten. Julian Lüers, den Trainer Willig als eine Art Gegenpressing-Maschine auf die Zehnerposition gestellt hatte, um den Spielaufbau Sportings früh zu attackieren, erzielte dann nach einem Spielzug wie aus dem Lehrbuch das vorentscheidende 3:1 (76.). „Wie wir uns in jeden Zweikampf geworfen haben, keinen Zentimeter hergegeben haben“, bilanzierte der Stuttgarter Antreiber Mirza Catovic, „das war einfach nur stark. Wir waren alle füreinander da, haben einfach alles auf dem Platz gelassen. Jeder hat dem anderen geholfen, eine super Mannschaftsleistung.“

An deren Ende der VfB zwar noch einen Gegentreffer hinnehmen musste, aber die Führung über die Zeit bringen konnte. Von Krämpfen geschüttelt machten Abwehrspieler Emirhan Agzikara und seine Kollegen das Viertelfinale klar. „Das war ein hochverdienter Sieg, da darf es keine zwei Meinungen geben“, hielt Willig fest. Für das Team geht es erst an diesem Donnerstag zurück nach Stuttgart, zuvor „kann und darf gefeiert werden“, ließ der Trainer durchblicken.

Der VfB Stuttgart steht nun im Viertelfinale der Uefa Youth League. Und trifft dort am 1. oder 2. April auf den FC Barcelona im Gazistadion auf der Waldau. Wann die Partie final terminiert werden wird, ist offen.