Baden-Württemberg

Geld für Rüstung: Forschung und Firmen hoffen auf Aufträge

Eine fragile politische Lage, eine unsichere Partnerschaft mit den USA und geplante milliardenschwere Militärinvestitionen: Baden-Württembergs Forschung will davon profitieren. Die Wirtschaft auch.

Geld für Rüstung: Forschung und Firmen  hoffen auf Aufträge

Baden-Württembergs Hochschulministerin Petra Olschowski.

Von red/dpa/lsw

Höhere Verteidigungsausgaben und die Debatte über die Aufrüstung könnten der baden-württembergischen Forschung und Wirtschaft aus Sicht der Landesregierung einen echten Wachstumsschub verleihen. „Wir müssen die neue Situation auch als Chance sehen, um unseren erfolgreichen Forschungs- und Wissenschaftsstandort weiterzuentwickeln und voranzubringen“, sagte Hochschulministerin Petra Olschowski (Grüne) in Stuttgart. 

Als starker und vielseitig aufgestellter Forschungs- und Wissenschaftsstandort habe das Land beste Voraussetzungen dafür, „die Zukunft in Europa mitzugestalten“.

Mit der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump wächst der Druck auf die Europäer, ihre Verteidigungspolitik neu auszurichten und mehr Geld in Rüstung zu investieren. Abgesehen von der Bedeutung für die Forschung könnten höhere Verteidigungsausgaben nach einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) auch das Wirtschaftswachstum deutlich beleben, wenn die Regierungen zusätzliche Mittel für modernste Rüstungsgüter aus europäischer Produktion ausgeben könnten. 

Chancen für KI und Cybersecurity

Wissenschaftsministerin Olschowski sieht Chancen vor allem bei der Luft- und Raumfahrt, der Künstlichen Intelligenz und der Cybersecurity. Die Universitäten, Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen brächten ihr Wissen und Knowhow gewinnbringend in die Industrie ein, sagte die Grünen-Politikerin. Dabei stehe es ihnen frei, ob sie sich auch einer Forschung widmen, die nicht nur einen rein zivilen Aspekt hat. 

Es sei in der aktuell angespannten geopolitischen Lage bereits zu erkennen, dass sich Einrichtungen für die nicht mehr rein zivile Forschung öffnen. „Einige konnten bereits direkte und indirekte Aufträge für Forschung und Entwicklung oder Kleinserienfertigung aus dem Verteidigungsbereich akquirieren“, sagte die Ministerin. „Hierzu gehören auch Anfragen aus dem europäischen und internationalen Netzwerk.“