Grundschulempfehlung

Nur ein Drittel besteht den Potenzialtest

Die Nachprüfung für die Grundschulempfehlung ist durch. Kultusministerin Schopper ist zufrieden. Beim ersten Leistungstest gab es hingegen Ärger.

Nur ein Drittel besteht den Potenzialtest

Etwa die Hälfte der Grundschüler kann nach aktuellem Stand aufs Gymnasium.

Von Annika Grah

Nur rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler, die in die Nachprüfung für die Grundschulempfehlung gegangen sind, haben bestanden. 639 von 2075 Schülerinnen und Schülern entsprächen dem gymnasialen Anforderungsniveau, teilte das Kultusministerium am Dienstag mit. Knapp ein Viertel davon habe seine Eignung durch gute Leistungen beim logischen Denken erbracht – also im überfachlichen Teil. Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) zeigte sich zufrieden: „Der Potenzialtest hat seine Aufgabe erfüllt und eine weitere Zugangsmöglichkeit zum Gymnasium eröffnet“, sagte sie.

Potenzialtests finden zum ersten Mal statt

Die sogenannten Potenzialtests sind vorgesehen, wenn Eltern ihre Kinder trotz anders lautender Grundschulempfehlung aufs Gymnasium schicken wollen. Etwa zwei Prozent aller Viertklässler hatten an den Nachprüfungen teilgenommen. Die Potenzialtests waren nach der Reform der Grundschulempfehlung zum ersten Mal durchgeführt worden. Seit 2013 konnten allein die Eltern entscheiden, auf welche weiterführende Schule ihr Kind gehen darf. In diesem Jahr wird erstmals eine Kombination aus Elternwunsch, Lehrerempfehlung und einem Leistungstest namens „Kompass 4“ angewandt. Wer danach keine Empfehlung fürs Gymnasium hatte, konnte sich dem Potenzialtest stellen.

Insgesamt hat in diesem Jahr etwa die Hälfte der Viertklässler eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten, obwohl es um den Leistungstest „Kompass 4“, der in diesem Schuljahr zum ersten Mal durchgeführt wurde, heftige Debatten gegeben hatte. Eltern- und Lehrerverbände monierten, dass die Fragen vor allem in Mathematik deutlich zu schwer gewesen waren. Der Landesschülerbeirat zog zuletzt sogar die Rechts- und Verfassungsmäßigkeit der neuen Grundschulempfehlung in Zweifel.