Nach Rücktrittsforderung
„Abstoßende Vorwürfe“ – Kretschmann geht auf Linke los und verteidigt Hagel
Die Linke fordert den Rücktritt von Manuel Hagel wegen der Nutzung einer auch bei Rechtsextremen beliebten Parole. Ministerpräsident Kretschmann zeigt sich fassungslos angesichts der Kritik.

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Winfried Kretschmann (links) nimmt Manuel Hagel (rechts) in Schutz.
Von red/dpa/lsw/jor
CDU-Fraktionschef Manuel Hagel steht wegen der Nutzung einer auch von Rechtsextremen verwendeten Parole in der Kritik - Ministerpräsident Winfried Kretschmann nimmt seinen Koalitionspartner aber in Schutz. Die Rücktrittsforderung gegen Hagel wegen der Nutzung des Satzes „Umweltschutz ist Heimatschutz“ sei „schlichtweg abwegig“, sagte der Grünen-Politiker Kretschmann in Stuttgart. Wenn rechte Parteien heute einen Begriff missbrauchten, könne man nicht demokratischen Politikern gegenüber irgendeinen Vorwurf konstruieren.
Hagel hatte nach der Verkündung seiner Kandidatur für die Landtagswahl 2026 am Wochenende in seiner Rede den Satz „Umweltschutz ist Heimatschutz“ von sich gegeben. Dieser Slogan wird auch von Rechtsextremisten benutzt. Die Linkspartei forderte deshalb den Rücktritt von Hagel.
„Wir sagen ganz klar: Wer Klimaschutz mit Nazi-Rhetorik verbindet, ist als Ministerpräsident untragbar. Wir fordern den sofortigen Rücktritt von Manuel Hagel als CDU-Landeschef“, so der Stuttgarter Politiker Luigi Pantisano, der für die Linke im Bundestag sitzt. Die CDU nannte die Forderung derweil ein „durchschaubares Wahlkampfmanöver“.
Am Wochenende sagte Landeschef und CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel in Ehningen „Umweltschutz ist Heimatschutz.” Damit bedient er sich einer Sprache, die tief in der Geschichte rechter Ideologien verwurzelt ist. Und so jemand will Ministerpräsident für Baden-Württemberg werden?… pic.twitter.com/CQuKjioeUq — Luigi Pantisano (@LuigiPantisano) April 1, 2025
Kretschmann sprang CDU-Politiker Hagel trotz des aufziehenden Landtagswahlkampfs zur Seite. „Der Vorwurf ist perfide“, sagte er in Richtung der Linken. „Ich weiß nicht, was Leute umtreibt, die anderen solche abstoßenden Vorwürfe machen.“
Kretschmann räumte ein, er habe sich in seinem Buch ganz ähnlich zum Heimatbegriff geäußert. Zudem finde sich der Begriff auch in der Landesverfassung.