Volleyball-Bundesliga
Allianz MTV Stuttgart verabschiedet gleich zwei Idole
Der 3:0-Sieg gegen den USC Münster rückte am Samstag in den Hintergrund – angesichts der Auftritte von Krystal Rivers und Libera Roosa Koskelo.

© Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
Krystal Rivers (li.) und Libera Roosa Koskelo werden offiziell verabschiedet.
Von Henning Maak
Den emotionalen Höhepunkt in der Scharrena erlebten die 2125 Zuschauer am Samstagabend nach dem Ende des klaren 3:0 (25:16, 25:15, 25:15) im ersten Play-off-Viertelfinalspiel gegen den USC Münster. „Krystal, Roosa – you are legends“ leuchtete auf der Anzeigetafel auf, als Geschäftsführer Aurel Irion zur Verabschiedung von Diagonalangreiferin Krystal Rivers und Libera Roosa Koskelo nach sieben Jahren und acht Titeln im MTV-Trikot schritt.
„Wir alle hatten Angst vor diesem Tag“, begann Irion, der Verein habe den beiden so viel zu verdanken. „Wir bräuchten Stunden, um alles aufzuzählen“, sagte er weiter, als seine Rede zum ersten Mal von Beifall unterbrochen wurde. Krystal Rivers und Roosa Koskelo seien vom ersten Tag an Vorbilder für alle im Verein gewesen, „die größten Spielerinnen, die wir im Verein je hatten“.
Und erneuten Beifall gab es, als Irion verkündete, am ersten Spieltag der neuen Saison würden die Trikots der beiden Akteurinnen unter das Hallendach in der Scharrena gehängt, ihre Nummern 13 und 1 würden nie mehr vergeben – eine Ehre, die auch Denise Hanke in Schwerin mit der Nummer 10 zuteil wurde.
„Ich liebe Stuttgart, ich liebe euch alle“, sagte Roosa Koskelo auf Deutsch zu Beginn ihrer Dankesrede. Sie habe sich nie vorstellen können, woanders als in ihrem schönen Finnland zu Hause zu sein. Aber sie sei in Stuttgart von Anfang an mit offenen Armen aufgenommen worden. „Es gibt nichts Größeres, als in der Scharrena vor euch zu spielen“, rief die Finnin in Richtung Publikum und erntete Beifallsstürme.
„Vielen Dank für sieben ganz besondere Jahre“, begann auch Krystal Rivers ihre Dankesrede auf Deutsch. Sie sei extrem dankbar für die Unterstützung, die sie in diesen sieben Jahren und bei ihren schweren Verletzungen erlebt habe, fügte sie mit brüchiger Stimme hinzu – um dann, wie es zu einer großen Sportlerin passt, den Fokus gleich wieder nach vorne zu richten: „Danke für alles, aber wir haben noch etwas zu erledigen.“
Damit spielte sie auf den fünften Meistertitel an, mit dem sie sich gerne verabschieden würde – und ein entsprechendes Signal an die Konkurrenz hatte Allianz MTV zuvor in nur 65 Minuten gesendet: Bei dem glatten 3:0-Heimerfolg gegen den USC Münster zeigte sich das Team in Play-off-Form.
Anders als eine Woche zuvor beim etwas mühsamen 3:1-Erfolg gegen den gleichen Gegner zeigten die Stuttgarterinnen dem Tabellensiebten von Anfang an, wer Chefin in der Scharrena ist. Mit starken Aufschlägen setzte Allianz MTV die Gäste unter Druck und beherrschte die Partie klar. Mit einem weiteren Sieg in Münster am nächsten Samstag (19.30 Uhr) könnte das Team aus Stuttgart schon den Halbfinaleinzug fix machen.