Am Donnerstag stehen die Bahnen und Busse der SSB
Die Gewerkschaft Verdi will das öffentliche Leben in dieser Woche massiv beeinträchtigen. Teils kommt es zu zweitägigen Streiks.
Von Matthias Schiermeyer
Stuttgart - Verdi fährt in dieser Woche noch mal nahezu alles auf, was sie im öffentlichen Dienst an Streikwucht zu bieten hat, damit die Tarifverhandlungen am Wochenende in Potsdam zum Erfolg führen.
Dies dürfte vor allem in der Region Stuttgart zu massiven Beeinträchtigungen führen, denn der Verdi-Bezirk Stuttgart sieht sich traditionell als einer der kampfstärksten Bezirke bundesweit. Betroffen sind alle Bereiche von Stadtverwaltungen und Landratsämtern über Kitas, Kliniken, Sparkassen, Schwimmbäder, Jobcenter und Arbeitsagenturen bis hin zu Stadtwerken und teilweise auch dem kommunalen Nahverkehr.
Nach dem großen Auftakt am Flughafen steuert alles auf den regionalen Streiktag am Donnerstag zu. Da sollen alle Bereiche der Landeshauptstadt mit ihren Eigenbetrieben sowie die Landkreise Böblingen, Rems-Murr und Ludwigsburg einbezogen werden. In Stuttgart werden die meisten Bürger vom Ausstand im öffentlichen Nahverkehr, also bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), betroffen sein. Zudem streikt die Müllabfuhr (AWS). Wegen der gewohnt großen Beteiligung von Beschäftigten des Jugendamtes dürften erneut die meisten Kindertagesstätten und Schülerhäuser geschlossen bleiben. Geplant sind auch ein Demonstrationszug (ab 11 Uhr) und eine Kundgebung (11.45 Uhr) auf dem Schlossplatz. Hauptrednerin ist die stellvertretende Vorsitzende von Verdi, Christine Behle, die in Potsdam mitverhandelt. Am Freitag werden nochmals die Stadt Stuttgart und ihre Eigenbetriebe inklusive Müllabfuhr bestreikt – diesmal aber nicht die Stadtbahnen und Busse der SSB. Dafür wird wie am vorigen Donnerstag und Freitag wieder das Personal des Klinikums Stuttgart zum Streik aufgerufen. Zudem der Kommunalverband Südwest, die Rems-Murr Kliniken und die Regionalkliniken Holding.
Zum Doppelstreiktag kommt es am 11. und 12. März im Landkreis Esslingen und Göppingen. Alle Bereiche des öffentlichen Dienstes inklusive Städtischer Verkehrsbetrieb (SVE) sind betroffen.