Unsere Kunsttipps
Carla Benzing startet Galerie in Stuttgart
Trauer und Freude am Kunststandort Stuttgart. Helga Müller, Mitinitiatorin der Zukunftswerkstatt Mariposa, ist tot. Freuen darf man sich auf eine neue Galerie mit tollen Künstlerinnen und Künstlern.

© PARRI BLANK Gallery + Projects
Carla Benzing und Simon Nalbatow
Von Nikolai B. Forstbauer
Am 5. und 6. April laden 21 Stuttgarter Privatgalerien zum Rundgang ein. Schon jetzt aber zeigt der Kunststandort seine Vielfalt. Auch Trauer gehört dazu.
Helga Müller ist tot
Als Hans-Jürgen Müller, Mitbegründer einst des Kölner Kunstmarktes, 2009 stirbt, führt seine Frau Helga eine Idee weiter, mit der Müller die eigene Tätigkeit als Galerist nahezu auf den Kopf stellte. Auf Teneriffa sollte eine Zukunftswerkstatt entstehen. Der große Traum von Atlantis wich bald der Realität von Mariposa, einem Szenario so leicht wie ein Schmetterling. Kämpferisch verteidigte Helga Müller die Idee und den über viele Jahre weiterentwickelten Ort einer aus ihrer Sicht verlorenen Schönheit. Jetzt ist die aus einer Unternehmerfamilie stammende Ideenstifterin in Stuttgart gestorben. Am 28. März findet die Trauerfeier auf dem Stuttgarter Waldfriedhof statt.
Leandro Cultraro in der Galerie Lauffer
Weiter auf junge Kunst setzt die Stuttgarter Galerie Lauffer (Reinsburgstraße 178a). Am Freitagabend eröffnet, sind von diesem Samstag, 8. März (11 bis 16 Uhr), an Werke des 1998 geborenen Malers Leandro Cultraro zu sehen. Von August 2024 bis Februar 2025 Fulbright Stipendiat an der California State University Chico, zeigt Cultraro in der Serie „Chico Wildcats“ die „Geschichte seiner Zeit in den USA“. Cultraro, der noch bei Reto Boller an der Kunstakademie Stuttgart studiert, nutzt dabei ein heiteres Figurenvokabular für die Annäherung an ein Land, das sich selbst nicht mehr sicher scheint.
Benzing und Nalbatow machen ernst
Neue Töne für Stuttgart: Carla Benzing und Simon Nalbatow eröffnen am 28. März in der Immenhofer Straße 47 die Kunstbühne PARRI BLANK Gallery + Projects. Die „Beziehung zwischen Kunst, Raum und Gemeinschaft“ werde „neu definiert“, heißt es. Anspruchsvoll ist in jedem Fall die Liste der Künstlerinnen und Künstler für die Eröffnungsschau: Mit Anna Virnich, Kiko Perez oder auch mit Marlène Huissoud kommt geballte Ladung internationale Aktualität auf die Stuttgarter Kunstbühne. Kurz: Unbedingt vormerken.
Dieter Krieg im Museum Küppersmühle
Das Werk des 1937 in Lindau geborenen und 2005 im nordrhein-westfälischen Quadrath-Ichendorf gestorbenen Malers und Zeichners Dieter Krieg zeigt von der konzeptuellen Anlage bis zu Motiven aus Schwarzwald-Erinnerungen Verweise auf den Südwesten. Im Kunstmuseum Stuttgart, 2008 Bühne der Retrospektive „Fritten und Brillanten“, war zuletzt der Großformat-Zyklus „Hosn kaufn bis zum tod“ zu sehen. Nun wird Dieter Krieg im Museum Küppersmühle in Duisburg gefeiert: Die Schau „Maler, Diebe und Gesindel“ will von 26. März an das Spätwerk Kriegs neu leuchten lassen. Unterstützt wird das Projekt von der in Stuttgart und München ansässigen Stiftung Dieter Krieg.