Im Alter von 84 Jahren

DDR-Bürgerrechtler Gerd Poppe gestorben

Im Alter von 84 Jahren ist der Grünen-Politiker und Bürgerrechtler Gerd Poppe gestorben. Der Physiker engagierte sich bereits seit 1968 in der DDR-Opposition.

Gerd Poppe ist tot. Er war der erste Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik.

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Gerd Poppe ist tot. Er war der erste Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik.

Von jbr/epd

Der DDR-Bürgerrechtler, Grünen-Politiker und erste Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik, Gerd Poppe, ist mit 84 Jahren gestorben. Mit seinem Tod am Samstag verliere Deutschland einen Menschen, der gezeigt habe, „wie lang der Weg der Aufklärung sein muss und wie lohnend er ist“, erklärte die Vorsitzende der Bundesstiftung Aufarbeitung, Anna Kaminsky, am Sonntag in Berlin. Die Stiftung verliere zugleich „nicht nur einen Mitgründer, sondern einen klugen, diskreten und beharrlichen Mitgestalter“.

Gerd Poppe wurde am 25. März 1941 in Rostock geboren. Der Physiker engagierte sich bereits seit 1968 in der DDR-Opposition. 1976 protestierte er gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Die Akademie der Wissenschaften zog daraufhin ihre Zusage für seine Einstellung zurück und er arbeitete von 1977 bis 1984 als Maschinist in einer Schwimmhalle in Ost-Berlin, danach bis 1989 als Ingenieur für die Diakonie.

Kampf für Menschenrechte

1985 war er Mitbegründer der Initiative Frieden und Menschenrechte, 1990 Abgeordneter für Bündnis 90 in der frei gewählten DDR-Volkskammer sowie einige Monate Minister der vorletzten DDR-Regierung. Von 1990 bis 1998 war Gerd Poppe Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, danach bis 2003 Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik.

Kaminsky betonte, Gerd Poppe habe gezeigt, dass der Kampf für Menschenrechte nicht mit dem Ende der Diktatur ende, dass Demokratie tägliche Mühe bedeute und dass politische Würde nicht in der Lautstärke liege, sondern in der Standfestigkeit. Der stille Ernst seiner Arbeit sei der Ausdruck eines freiheitlichen Ethos gewesen.

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Erstellt:
30. März 2025, 13:08 Uhr

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