Vor dem Bundesparteitag
Die Linke will sich auf Kernthemen konzentrieren und weiter wachsen
Der Leitantrag der Linkspartei für ihren Bundesparteitag in Chemnitz gibt eine Zielmarke von 150 000 Mitgliedern vor.

© dpa/Hendrik Schmidt
Die Co-Vorsitzenden der Linken, Ines Schwerdtner und Jan van Aken, müssen den Zulauf zur Linken ordnen.
Von Norbert Wallet
Die Linke hat nicht nur ein erstaunliches Bundestagswahlergebnis erzielt, sondern nach dem Austritt des Wagenknecht-Flügels ein kontinuierliches Mitgliederwachstum zu verzeichnen. Allein nach der umstrittenen gemeinsamen Abstimmung von Union und AfD im Bundestag registrierte die Partei rund 17 500 Neueintritte. Ende Februar meldete die Partei ein Rekord-Niveau von 81 200 Mitgliedern.
Die Partei muss nun überlegen, wie sie auf den Zustrom reagiert. Im Leitantrag für den Bundesparteitag im Mai in Chemnitz stehen erste Wegmarken. Eine wichtige Botschaft des Papiers: Die Partei will kontinuierlich weiter wachsen. Die Zielmarke ist dabei fast eine Verdopplung des Mitgliederbestands im Laufe der nächsten vier Jahre. Wörtlich heißt es im Antrag: „In vier Jahren wollen wir eine Partei mit 150 000 Mitgliedern sein.“
Linke soll wieder Kümmerer-Partei werden
Die vielen neuen Parteimitglieder sollen die Linke in die Lage versetzen, wieder zu einer lokal verankerten Kümmerer-Partei zu werden – ein Image, das sie im Osten einmal hatte, aber längst verloren hat. Im Leitantrag liest sich das so: „Wir wollen eine Linke, die vor Ort verankert ist, hilft, kämpft und organisiert – eine Linke, die einen echten Unterschied im Leben der Menschen macht.“
Der zweite große Vorsatz der Partei: Man will sich nicht mehr verzetteln. „Fokus, Fokus, Fokus“ wird als Motto ausgegeben. Im Bundestagswahlkampf habe man es geschafft, „unsere Kampagne auf wenige Themen zu fokussieren und sind damit endlich wieder mit unseren Themen durchgedrungen“. In der Praxis bedeutet das wohl eine Konzentration auf die soziale Frage: Als „zentrale Aufgabe“ der Linkspartei benennt der Antrag, sich in der „Arbeiter*innenklasse zu verwurzeln, um die Durchsetzungskraft von uns allen gegen ,die da oben’ zu erhöhen.“