Spektakulärer Fund
Fragment vom Teppich von Bayeux in Schleswig entdeckt
Der Teppich von Bayeux ist weltberühmt und französisches Kulturgut. In einem Nachlass, der im Schleswiger Landesarchiv lagert, wurde nun ein Fragment des Teppichs gefunden.

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Der Teppich von Bayeux ist eine in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstandene Stickarbeit auf einem rund 52 Zentimeter hohen Tuchstreifen. In Bild und Text wird auf 68 Metern in 58 Einzelszenen die Eroberung Englands durch den Normannenherzog Wilhelm den Eroberer
Von Markus Brauer/dpa
Schleswig Ein Fragment des weltberühmten Teppichs von Bayeux ist in einem Nachlass entdeckt worden, der sich im Landesarchiv Schleswig-Holstein in Schleswig befindet. Das nun gefundene Teppichstück kam im Zweiten Weltkrieg nach Schleswig-Holstein, wie das Landesarchiv mitgeteilt hat.
Von Deutschen geraubt
Es gehört zum Nachlass des bekannten schleswig-holsteinischen Textilarchäologen Karl Schlabow (1891-1984). Schlabow war demnach als Teil einer deutschen Wissenschaftlergruppe von der SS-Einrichtung „Deutsches Ahnenerbe“ ab 1941 mit der Neuvermessung des Teppichs von Bayeux beauftragt.
Im Rahmen dieser Tätigkeit wurde das Stück nach Angaben des Landesarchivs von der Unterseite des Teppichs entnommen. Weitere Details zu dem Fund sollen auf einer Pressekonferenz am 25. März bekanntgegeben werden.
Rückgabe an Frankreich geplant
Der Teppich von Bayeux sei französisches Kulturgut, teilte das Landesarchiv mit. Daher soll das Fragment in diesem Jahr der Republik Frankreich, der Eigentümerin des Teppichs, zurückgegeben werden. Der Teppich hat die Stadt Bayeux nur zweimal verlassen. Einmal ließ ihn Napoleon nach Paris holen. Das zweite Mal reiste er, um ihn vor den deutschen Besatzern in Schutz zu bringen.
Der Teppich von Bayeux ist eine in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstandene Stickarbeit auf einem rund 52 Zentimeter hohen Tuchstreifen. Die in Bild und Text auf 68 Metern in 58 Einzelszenen dargestellte Eroberung Englands durch den Normannenherzog Wilhelm den Eroberer beginnt mit einem Zusammentreffen von Harald Godwinson, Earl of Wessex, mit dem englischen König Edward und endet mit der Schlacht bei Hastings am 14. Oktober 1066. Es fehlen die Schlussszenen, so dass die ursprüngliche Länge des Tuchstreifens unbekannt ist.