Höhere Preise in Deutschland
Inflationsrate verharrt bei 2,3 Prozent
Das Leben in Deutschland hat sich im Februar in gleichem Maße verteuert wie im Januar. Auf Jahressicht erwarten Volkswirte Entspannung. Dennoch müssen sich Verbraucher an höhere Preise gewöhnen.
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Nach Beginn des Ukrainekriegs vor drei Jahren waren die Preise für Energie und Lebensmittel rasant gestiegen. Nun hat sich diese Entwicklung verlangsamt. (Symbolbild)
Von red/dpa
Vorerst keine weitere Entspannung bei der Teuerung in Deutschland: Im Februar lagen die Verbraucherpreise wie im Januar um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten zur Inflation errechnet hat.
In den Bundesländern verlief die Entwicklung dabei uneinheitlich, wie den Mitteilungen der Statistischen Landesämter zu entnehmen ist: Während Nordrhein-Westfalen eine auf 1,9 Prozent gesunkene Inflationsrate vermeldete, kletterte die jährliche Teuerung in Baden-Württemberg im Februar auf 2,5 Prozent, Sachsen-Anhalt verzeichnete sogar 3,0 Prozent Inflation.
Zu Jahresbeginn hatte der Preisauftrieb in Deutschland insgesamt entgegen der Erwartung vieler Volkswirte nach drei Anstiegen in Folge an Tempo verloren. Im Dezember lag die Inflationsrate noch bei 2,6 Prozent. Von Januar auf Februar des laufenden Jahres verteuerten sich Waren und Dienstleistungen nach vorläufigen Angaben der Wiesbadener Statistiker um 0,4 Prozent.
Verbraucher sind wegen Inflation besorgt
Ermutigend: Die Inflationsrate ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ging im Februar auf 2,6 Prozent zurück. Im Januar hatte diese sogenannte Kerninflation, die nach Meinung vieler Ökonomen den Inflationstrend besser darstellt als die Gesamtrate, noch 2,9 Prozent betragen.
Die Angst vor steigenden Kosten für das tägliche Leben nennen Verbraucherinnen und Verbraucher in Umfragen immer wieder als eine ihrer größten Sorgen. Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können.
Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor drei Jahren waren die Preise für Energie und Lebensmittel rasant gestiegen. Bis auf 8,8 Prozent im Herbst 2022 kletterte die Inflationsrate in Deutschland.
Experten erwarten weniger starken Preisanstieg
Die große Teuerungswelle ist gebrochen. Viele Volkswirte rechnen damit, dass die Inflation in Deutschland weiter zurückgehen wird. Für das laufende Jahr prognostizieren Ökonomen eine durchschnittliche Teuerungsrate von etwas über zwei Prozent und damit ein ähnliches Niveau wie 2024 mit 2,2 Prozent.
Auch die Bundesbank rechnet mit weiterer Entspannung: „Wir gehen (...) davon aus, dass der Abwärtstrend intakt ist und die Inflation in Deutschland weiter sinken wird“, sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel jüngst. „Mit einer nachhaltigen Rückkehr zur Zwei-Prozent-Marke rechnen wir in Deutschland 2026.“
Bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation sehen die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) ihr Hauptziel stabiler Preise und somit einer stabilen Währung im Euroraum erreicht. Dieser Wert ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige Preise gelten ebenso wie zu stark steigende Preise als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird.
Nicht alles wurde teurer
Auch wenn einzelne Preise wieder sinken, müssen sich die Menschen hierzulande nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Nagel in der Breite „an ein höheres Preisniveau gewöhnen“. Spielraum für Preiserhöhungen sehen vor allem Industrie und Einzelhandel, wie die jüngste Umfrage des Ifo-Instituts ergab. Dessen Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erwartet in Deutschland eine Inflation „vorerst über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank“.
Im Februar war Tanken und Heizen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes günstiger als ein Jahr zuvor. Energie verbilligte sich um 1,8 Prozent und damit etwas stärker als im Januar und im Dezember (jeweils minus 1,6 Prozent).
Dagegen zogen die Lebensmittelpreise wieder deutlicher an: Die Preise lagen im Februar um 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, im Januar waren es lediglich 0,8 Prozent.
Dienstleistungen wie Autoreparaturen oder Gaststättenbesuche verteuerten sich wie schon in den Monaten zuvor überdurchschnittlich um 3,8 Prozent. Hier schwächte sich der Preisauftrieb im Februar immerhin etwas ab.