Papst Franziskus im Krankenhaus

Kein Mittagsgebet des Papstes am Sonntag - Medizin-Update am Abend

Vorerst bleibt es bei der einmaligen Ausstrahlung von Franziskus’ Stimme. Den vierten Sonntag in Folge wird der schwerkranke Papst das übliche Mittagsgebet nicht leiten können.

Argentinische Gläubige beten vor einer Statuette der Jungfrau von Lujan vor der Poliklinik Agostino Gemelli, in der Papst Franziskus seit Mitte Februar behandelt wird.

© dpa/Gregorio Borgia

Argentinische Gläubige beten vor einer Statuette der Jungfrau von Lujan vor der Poliklinik Agostino Gemelli, in der Papst Franziskus seit Mitte Februar behandelt wird.

Von red/KNA

Eine weitere Absage: Zum vierten Mal in Folge wird der schwerkranke Papst Franziskus das sonntägliche Mittagsgebet nicht persönlich abhalten können. Wie Quellen aus dem Vatikan am Samstag mitteilten, wird die kurze Ansprache schriftlich verbreitet. Üblicherweise richtet sich der Papst jeden Sonntag vom Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast an die Menschen auf dem Petersplatz.

Seit seiner Einweisung in die römische Gemelli-Klinik am 14. Februar waren diese Termine abgesagt worden. Geplante Papstmessen übernehmen nun bereits in der vierten Woche hochrangige Kurienkardinäle. So wird Kardinal Michael Czerny den Gottesdienst zum internationalen Freiwilligen-Treffen am Sonntag im Petersdom leiten. Zu dem Ereignis im Rahmen des Heiligen Jahres in Rom werden 25.000 ehrenamtlich Engagierte aus hundert Ländern erwartet. Es ist das dritte Jubiläums-Großevent, bei dem Franziskus fehlt.

Weitere Gebete für die Genesung des Papstes

Das 88-jährige Kirchenoberhaupt wird aufgrund komplexer Atemwegsinfektionen mit beidseitiger Lungenentzündung in einem privaten Trakt des Krankenhauses behandelt. Die Nacht auf Samstag ist laut Vatikan ruhig verlaufen. Am Morgen habe Franziskus die verordneten Atmen- und Bewegungstherapien wieder aufgenommen. Seit seiner letzten Atmungskrise vom Montag ist Franziskus’ Zustand stabil, die Prognose der Ärzte bleibt jedoch zurückhaltend.

Erstmals am Freitagabend setzte der Vatikan die übliche Mitteilung mit medizinischen Details aus. Ein Update zum Gesundheitszustand wird am Samstagabend erwartet. Derweil ließ das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken seine Botschaft an eine Lebensschutz-Bewegung übermitteln. Die Nummer Zwei des Vatikans, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, trug die Ansprache am Samstag im Petersdom stellvertretend für den Papst vor.

Ruhige Nacht, zurückhaltende Prognose

Darin kritisiert Franziskus die Verbreitung einer „Wegwerfkultur“. Daher gebe es mehr denn je einen Bedarf an Menschen, die sich konkret in den Dienst des menschlichen Lebens stellten. Laut dem 88-Jährigen kann eine gerechte Gesellschaft nicht aufgebaut werden, „indem unerwünschte Ungeborene, nicht mehr selbstständige ältere Menschen oder unheilbare Kranke beseitigt werden“.

Ein persönliches Lebenszeichen ließ der Schwerkranke am Donnerstagabend verbreiten. In einer Audiobotschaft dankte Franziskus schwer atmend auf Spanisch und mit brüchiger Stimme für die vielen Gebete für seine Genesung. Es sei sein ausdrücklicher Wunsch gewesen, das Audio aufzuzeichnen und zu veröffentlichen, hieß es aus Vatikan-Quellen. Die kurze Mitteilung war zu Beginn des Abendgebets für Franziskus’ Genesung auf dem Petersplatz ausgestrahlt worden.

Seit dem 24. Februar ruft der Vatikan allabendlich zu einem Gebetstreffen auf dem Petersplatz. Der Rosenkranzandacht steht stets ein hochrangiges Mitglied der Weltkirchenverwaltung vor. Am Samstagabend soll es Kardinal Michael Czerny leiten. Der Kanadier leitet die vatikanische Sozialbehörde.

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Erstellt:
8. März 2025, 13:42 Uhr

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