Kommentar: Keine Strategie erkennbar

Kommentar: Keine Strategie erkennbar

Von Jörg Nauke

Es fällt schwer, der Immobilienwirtschaft der Stuttgarter Rathausspitze aktuell etwas Positives abzugewinnen, wenn man „Raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln und wieder heraus“ nicht als erfolgversprechende Strategie betrachtet. Warum auch das erste und beste Angebot annehmen, wenn es weitaus schlechtere gibt, sagte sich die Stadtverwaltung bei ihrem Versuch, ein Bürogebäude mit Servicecenter zu schaffen.

Nun hat die Kommune viel Zeit verloren, um der Einstellung von 2000 Mitarbeitern in den vergangenen drei Jahren rasch deren Versorgung mit Büroflächen folgen zu lassen. Ende dieses Jahres wird in Möhringen ein Gebäude fertig, das als Ideallösung galt, den Beschäftigten und dem Gemeinderat aber zu wenig zentral gelegen ist – anders als das Filetgrundstück an der alten Bahndirektion, das – wie  sich jetzt bestätigt – allein wegen der hohen Kosten und auch aus Zeitgründen nicht ins Auge hätte gefasst werden dürfen. Wer sich in die Nähe von Stuttgart 21 begibt, wird eben nicht pünktlich fertig.

Zum Glück schlief die Verwaltung bisher auch bei der Nachnutzung des Kaufhof-Gebäudes den Schlaf der Gerechten, denn es bietet sich tatsächlich als Alternative an. In Rathausnähe lässt sich auf eigenen Grundstücken gut bauen. Dass es nicht skandalös erscheint, den Plan zu canceln, das Haus der Kulturen dort unterzubringen, ist dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich mit dem Treffpunkt Rotebühlplatz eine adäquate Alternative anbietet. Es heißt, dort könnten mehrere Organisationen Unterschlupf finden, die auf Raumsuche sind. Nur Win-win-Situationen? Das lässt sich nicht voraussagen, solange die Verwaltung ihre Rochaden nicht öffentlich erklärt hat.

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Erstellt:
13. März 2025, 22:04 Uhr
Aktualisiert:
14. März 2025, 21:59 Uhr

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