Kommentar: Klimakanzler Merz?

Kommentar: Klimakanzler Merz?

Friedrich Merz hat nun ein Sondervermögen, das dem Ziel der Klimaneutralität dienen soll.

© AFP/Ralf Hirschberger

Friedrich Merz hat nun ein Sondervermögen, das dem Ziel der Klimaneutralität dienen soll.

Von Rebekka Wiese

Berlin - Er ist nie als Klimakanzler angetreten. Und doch sieht es nun so aus, als würde CDU-Chef Friedrich Merz bald der Bundeskanzler werden, der durch das Sondervermögen über so viel Budget für den Klimaschutz verfügen kann wie keiner je zuvor. Es ist eine historische Chance, bei der nicht klar ist, ob und wie Merz sie nutzen wird. In der „Bild am Sonntag“ hat er nun beteuert, sich seiner „umweltpolitischen Verantwortung“ als Kanzler stellen zu wollen. Doch unabhängig davon, was Merz will oder nicht: Als Regierungschef wird er ohnehin verpflichtet sein, sich um Klimaschutz zu bemühen.

Da ist zum einen das Abkommen von Paris. Die Bundesregierung hat damit zugesagt, dazu beizutragen, dass die Temperatur weltweit im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter um möglichst nicht mehr als 1,5 Grad Celsius ansteigt, in jedem Fall um weniger als 2 Grad. Noch entscheidender ist aber das Grundgesetz. Aus dem lässt sich ableiten, dass der Staat zum Klimaschutz verpflichtet ist. Das hat das Verfassungsgericht vor vier Jahren ausdrücklich bestätigt.

Doch schon oft hat die Bundesregierung sich zum Ziel der Klimaneutralität bekannt, ohne entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Damit Merz seine „umweltpolitische Verantwortung“ ernst nimmt, sollte man ihn deshalb in der kommenden Legislatur regelmäßig an seine historische Chance erinnern. Es wäre ein fataler Fehler, wenn der 69-Jährige sie verstreichen lassen würde.

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Erstellt:
16. März 2025, 22:10 Uhr
Aktualisiert:
17. März 2025, 21:58 Uhr

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