App für Amphibien

Kröten retten leichtgemacht

Mit einer neuen App sollen mehr Menschen zum Helfen animiert werden. Das ist auch bitter notwendig: Die Zahl der Frösche und Kröten sinkt dramatisch.

Nun wandern sie wieder, die Amphibien – im Bild sind Erdkröten zu sehen.

© stock.adobe.com/Evelyn Kobben

Nun wandern sie wieder, die Amphibien – im Bild sind Erdkröten zu sehen.

Von Thomas Faltin

Jetzt hüpfen sie wieder über die Straße, die Erdkröten und Grasfrösche, aber auch Bergmolche und Feuersalamander sind schon unterwegs. Im vergangenen Jahr sind rund 39 000 Tiere gerettet und gemeldet worden. Für die Helfer wird es dieses Jahr leichter, sich zu organisieren und die Tiere zu zählen: Denn eine neue Krötenretter-App ist jetzt online gegangen.

Tatsächlich können Gruppen in dieser App ihre Einsätze planen, auch Bilder von Tieren können hochgeladen werden, zum Beispiel wenn Helfende selbst unsicher sind, um welche Art es sich handelt. Entwickelt hat die App der Softwareexperte Matthias Busch zusammen mit seiner 13-jährigen Tochter, und zwar im Auftrag des Amphibien- und Reptilien-Biotop-Schutzes Baden-Württemberg (ABS).

Mitmachen kann im Prinzip jeder. Über die App kann sich registrieren, wer interessiert ist. Er wird dann virtuell einer bestehenden Gruppe zugeteilt, die Kontakt zu ihm aufnimmt. Jeder könne dann mit der Gruppe Kröten und Frösche sammeln, in Absprache aber auch alleine und die Zahlen selbst in die App hochladen, sagt Hubert Laufer aus Offenburg, der der bekannteste Experte für Amphibien und Reptilien in Baden-Württemberg ist.

Diese Zahlen sollen im Laufe der Jahre dazu führen, dass man endlich genaue und valide Daten für die Entwicklung der Amphibien aufbaut. Dabei geht es nicht nur um die Zahl der Tiere, sondern auch um die Verteilung ihres Vorkommens im Land oder um den genauen Beginn der Wanderungen. Bisher wurden die Zahlen zwar auch gesammelt, waren aber je nach aktiven Gruppen unterschiedlich und schwierig auszuwerten. „Mit der Krötenretter-App wird der Amphibienschutz zugänglicher und effektiver, und sie lädt alle ein, selbst aktiv zu werden“, betont Hubert Laufer.

Trotz der teils nur lokal vorliegenden Zahlen ist klar, dass die Amphibien stark bedroht sind. Selbst früher so häufige Arten wie der Grasfrosch sind heute selten geworden. Über alle Arten hinweg, sagt Hubert Laufer, sei die Zahl der Individuen in den letzten Jahren um 50 Prozent zurückgegangen. Die häufigste Art, die Helfer über die Straße tragen, bleibt die Erdkröte. Ihr Anteil macht teils bis zu 90 Prozent der geretteten Tiere aus.

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Erstellt:
3. März 2025, 15:18 Uhr
Aktualisiert:
3. März 2025, 15:34 Uhr

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