Polizei reagiert auf Kritik

Bei der Demo zum Weltfrauentag ist die Polizei gegen eine Frau vorgegangen. Nun äußerten sich beide Seiten.

Von Christine Bilger

Stuttgart - Nach der großen Demo am Weltfrauentag am Samstag sind die Organisatorinnen hart mit der Polizei ins Gericht gegangen. Nach zwei Festnahmen am Rande der Kundgebung war von „Polizeigewalt“ und „Gewalt gegen Frauen“ die Rede. Die Polizei ihrerseits hatte berichtet, dass Teilnehmende auch Einsatzkräfte angegriffen hätten. „Grundsätzlich ist erst mal zu sagen: Es ist am Samstag nichts aus dem Ruder gelaufen“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann. Man sei der Versammlungsleiterin auch entgegengekommen, so habe das Team früher aufbauen dürfen. Bei zwei Festnahmen sei es aber zu Solidarisierungen durch weitere Teilnehmende gekommen, auf diese Zwischenfälle beziehen sich die Vorwürfe.

Festgenommen worden seien Teilnehmende, die verdächtigt wurden, einen Rauchtopf gezündet zu haben. „Eine Frau hat sich stark gewehrt. Da kam es zu der Solidarisierung“, schildert Widmann. Die Frauen seien dann in den Ehrenhof des Neuen Schlosses gebracht worden zur Feststellung der Personalien. Rund 100 Demonstrantinnen wollten auf den Hof. „Da wurde eine Kette gestellt“, so Widmann, das sei „ruhig verlaufen“. Der Vorwurf, eine Frau habe nicht medizinisch versorgt werden können, stimme so nicht. „Als sie schon wieder entlassen war, ist sie kollabiert. Beamte haben sofort den Rettungsdienst geholt und Erste Hilfe geleistet“, sagt der Polizeisprecher. Davor habe man die Demosanitäter geholt.

Die Versammlungsleiterin Leonie Mayer vom Aktionsbündnis 8. März sagt: „Wir sind fassungslos, dass die Polizei einfach Frauen brutal ins Gesicht greift und Schmerzgriffe anwendet. Und das an einem Tag, an dem wir auch gegen Gewalt gegen Frauen auf die Straße gehen.“

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Erstellt:
10. März 2025, 22:08 Uhr
Aktualisiert:
11. März 2025, 21:59 Uhr

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