Stuttgarts Kulturnacht wird wieder vielfältig und bunt
Am 22. März öffnen die Kulturbetriebe des Nachts ihre Tore. Karten dafür können bereits erworben werden.
Von Johanna Marie Kleine
Stuttgart - Die Lange Nacht der Museen hat mittlerweile nahezu Kultstatus im Kessel. Jährlich lockt das Event Tausende Besucherinnen und Besucher in die schwäbische Hauptstadt – 2024 waren es knapp 20 000. Insgesamt 60 Kulturbetriebe öffnen dieses Jahr von 18 bis 1 Uhr ihre Türen und stellen die Gäste vor die Qual der Wahl: Klassisches Kunst-Schlendern oder Singen im Mitmachchor? Tanzen zu DJ-Livesets und Lichtinstallationen? Rollende Oldtimer und Straßenbahnen bestaunen? Oder doch lieber Comedy und Zaubershows? Das Programm 2025 hat einiges zu bieten.
Bei Handwerk X Kunst auf dem Stuttgarter Marktplatz können Besucherinnen und Besucher Einblicke in kreatives und künstlerisches Handwerk aus Stuttgart bekommen. Von Maßschneiderei bis Holz- und Steinverarbeitung werden hier Fertigkeiten und Leidenschaft gezeigt. Ebenfalls spannend und zum ersten Mal Teil der Langen Nacht: die Seilhalle der Universität Stuttgart. Das weltweit größte Forschungslabor zum Thema Seile öffnet seine Tore und bietet Einblicke in Projektarbeiten. Eine weitere Industriekulisse der Landeshauptstadt ist der Stuttgarter Hafen. Er ist Umschlagplatz, Handelsort und Filmkulisse für den „Tatort“ und die „Soko Stuttgart“. Zur Kulturnacht zeigt der Hafen seine kunstvolle Seite mit ungewöhnlichen Lichtinszenierungen und ermöglicht Einsicht in eine sonst schwer zugängliche Umgebung.
Die altbekannten, aber definitiv goldenen Dauerbrenner sind auch wieder dabei. So öffnen sich die Türen zum Bunker unter dem Marktplatz nur einmal im Jahr – zur Langen Nacht der Museen. Zwischen meterdicken Türen und fensterlosen Zimmern fanden hier etwa 3000 Schutzsuchende während des Zweiten Weltkriegs einen Schlafplatz. Ein spannender Ausstellungsort, dessen Besuch sich definitiv lohnt.
Das Rollende Museum des Württembergischen Automobilclubs (WAC) im Ehrenhof des Neuen Schlosses ist ebenfalls jedes Jahr wieder einen Besuch wert. Hier werden Kraftfahrzeuge aller Jahrgänge ausgestellt und vorgefahren, begleitet von wissenswerten und unterhaltenden Moderationen. Mehr als 70 Oldtimer werden dieses Mal ausgestellt – die magische Grenze markiert das Baujahr 1970. Außerdem können sich die Besucherinnen und Besucher anschließend auf einer rund 15-minütigen Spritzfahrt durch Stuttgart kutschieren lassen. Wer dagegen selbst mit dem eigenen Oldtimer teilnehmen möchte, kann sich unter rm.derwac.de anmelden.
Und was passt besser zur Nacht als der Sternenhimmel? Im Stuttgarter Planetarium geht es per simuliertem Flug durch die Galaxis direkt ins Sternentheater. Einlass in den Kuppelsaal ist alle 25 Minuten, aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten muss allerdings mit einer Wartezeit gerechnet werden.
Selbstverständlich sind auch Stuttgarts Wahrzeichen vertreten: Der beleuchtete Kessel lässt sich am besten aus dem Fernsehturm betrachten, das Kunstmuseum feiert ein Doppeljubiläum (100 Jahre Sammlung, 20 Jahre Kunstmuseum), und zum ersten Mal seit zwölf Jahren öffnet auch die Staatsgalerie wieder ihre Tore. Mit Kurzführungen, Performances und einem Auftritt des Feministischen Chores ist im Stirling-Bau für jeden etwas geboten. Wer sich an Oldtimern vorbeigeschlängelt hat, kann im Neuen Schloss eine Sonderausstellung zu Demokratie, Tanz, Theater und Kunst besuchen.
Neben Dauerbrennern und Wahrzeichen gibt es aber auch Spezialprogramme: So zeigt das Polizeimuseum nervenaufreibende Ermittlungen, während das Stadtpalais einen Escape-Room bietet – und einen offenen Chor zum Mitsingen.
Im Landtag wird die Olympiasiegerin Darja Varfolomeev mit einer Sportgymnastik-Performance auftreten, und das Rathaus wird zur Konzertbühne und Tanzfläche. Auch das Stadtbüro der Stuttgarter Zeitung wird erneut zum Veranstaltungsort: Stadtkind, die junge Marke der Stuttgarter Zeitung, zeigt die Werke vier junger Illustratorinnen und spricht mit ihnen über ihr Schaffen, die künstlerische Arbeit als Frau und die Zukunft der Kunst in Zeiten von KI. Den Abschluss des Abends bilden hier Musik und ein Get-together ab 23.30 Uhr.
Anette Taube, Verlagsleiterin des „Lift“- Magazins und Organisatorin der Langen Nacht der Museen, zeigt sich voller Vorfreude auf den Abend: „Das ist einfach eine ganz besondere Atmosphäre“, erzählt sie freudig. Es sei neben der großen Bandbreite an Ausstellungen ebendiese positive, friedliche Stimmung über alle Altersklassen hinweg, die diese Veranstaltung besonders mache.
Wer dabei sein möchte, kann jetzt schon Tickets unter www.lange-nacht.de erwerben. Der Preis pro Ticket liegt bei 22 Euro (16 Euro ermäßigt), Kinder bis zu sechs Jahren haben freien Eintritt.