Grünheide
Suche nach Kampfmitteln – Polizeieinsatz am Tesla-Protestcamp
Der Wald in der Nähe der Tesla-Fabrik wird auf Kampfmittel untersucht. Auch ein Teil des Protestcamps ist betroffen. Die Polizei greift ein, weil Tesla-Gegner nicht gehen wollen.
Von reb/epd/dpa
Die Polizei stellt sich angesichts des Widerstands von Tesla-Gegnern auf einen länger dauernden Einsatz im Protestcamp nahe der Tesla-Autofabrik in Grünheide bei Berlin ein. Die Umweltaktivisten sollen einen Teil ihres Camps für einige Zeit verlassen, damit das Gebiet auf Kampfmittel untersucht werden kann. Betroffen sind die Baumhäuser der Tesla-Gegner. Es handelt sich laut Polizei bei dem Einsatz aber nicht um eine Räumung, die sich gegen die Wald-Besetzung an sich richtet.
Ziel sei gewesen, von der Gemeinde Grünheide veranlasste Sondierungsarbeiten wegen Kampfmittelverdachts möglich zu machen, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag in Potsdam. Den Demonstrierenden sei eine Ersatzfläche für den betroffenen Campteil angeboten worden. Die Initiative „Tesla stoppen“ sprach von einer Räumung des Camps durch die Polizei.
Die Initiative erklärte, die im Waldboden befindlichen Bomben und weiteren Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg seien keine Gefahr für die normale Waldnutzung. Eine Kampfmittelräumung sei nur erforderlich, wenn auf dem Gelände Baumaßnahmen beginnen sollen. Nun werde mit der Kampfmittelsondierung „Tesla mit Gewalt der Weg für weitere Wasserverschmutzung und Naturzerstörung geebnet“.
5000 Quadratmeter werden nach Bomben abgesucht
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtete am Montag unter Berufung auf Reporter vor Ort, Spezialisten der Höhenrettung hätten im Verlauf des Tages mehrere Protestierende von Bäumen heruntergeholt.
Vom Polizeipräsidium hieß es, für Montag seien auf einer rund 5000 Quadratmeter großen Fläche Kampfmittel-Sondierungsmaßnahmen angekündigt gewesen. Ein markierter Bereich, in dem sich unter anderem ein Teil der Versammlung befinde, habe deshalb zwischen acht Uhr morgens und vier Uhr nachmittags nicht betreten werden sollen. Bereiche außerhalb von Sperrfläche und Sicherheitsradius konnten weiter genutzt werden.