Steve Witkoff

Trumps Mann für heikle Missionen

Die Geschichte von Donald Trump und Steve Witkoff hat ihren Anfang vor mehr als 40 Jahren. Wer ist die diplomatische Wunderwaffe des US-Präsidenten?

Steve Witkoff wird von Reportern umlagert.

© AFP/MANDEL NGAN

Steve Witkoff wird von Reportern umlagert.

Von Christian Gottschalk

Der Legende nach soll es morgens um drei gewesen sein, irgendwann in den 80 er Jahren, irgendwo in einem Deli in Manhattan. Donald Trump, der Immobilienhändler aus Queens, soll dort den Anwalt Steve Witkoff getroffen haben, der in der Bronx geboren wurde. Erst gab es Käsesandwiches, dann eine Zusammenarbeit. 40 Jahre später sind Trump und Witkoff immer noch miteinander verbandelt. Der eine ist US-Präsident, der andere dessen diplomatische Wunderwaffe. Offiziell ist Außenminister Marco Rubio der oberste Chefdiplomat der USA, doch nicht wenige halten Witkoff für die mindestens ebenso wichtige Erscheinung.

Partner auf dem Golfplatz

Steve Witkoff (67) hat mit Diplomatie im staatstragende Sinne nie etwas zu tun gehabt. Er ist Geschäftsmann – und Milliardär. Nach Recherchen der New York Times hat Witkoff in New York, Los Angeles und Florida in mehr als 70 zum Teil große Immobilienprojekte investiert. Sein persönliches Vermögen schätzt das Wirtschaftsmagazin Forbes auf mindestens eine Milliarde Dollar (920 Millionen Euro). Vor allem aber verfügt er über das, was am wichtigsten ist, um unter Donald Trump (78) etwas zu werden: unbedingte Loyalität. Er hat im vergangenen Jahr Veranstaltungen organisiert, bei denen Millionen von Spendendollar in die Wahlkampfkasse des Republikaners gespült wurden. Und er ist dem Präsidenten ein guter Partner auf dem Golfplatz.

Offiziell ist Steve Witkoff der Sondergesandte des US-Präsidenten für den Nahen Osten. Dazu hatte ihn Trump schon kurz nach der gewonnen Wahl im November vergangenen Jahres gemacht, Wochen, bevor er selbst als Präsident zu wirken begann. Kurz nachdem Trump seinen Eid geleistet hat, war Witkoff auch schon in der Region unterwegs. Er soll maßgeblich hinter den Kulissen daran gewirkt haben, dass das erste Gaza-Abkommen zustande kam.

Dabei hat Witkoff wie sein Mentor und Chef einen Hang zu unkonventionellen Methoden. Der Spiegel berichtet, dass er darauf bestanden habe, Israels Premier Benjamin Netanyahu trotz des Schabbats an einem Samstag zu treffen. Seinen Vorgänger, Joe Bidens Nahostgesandten Brett McGurk, nahm Witkoff dann im Privatjet mit zurück aus dem Nahen Osten. McGurk sprach später von einer „engen Partnerschaft“.

Retter für eine Geisel Russlands

Doch die Grenzen dieser Region zählen für Witkoff schon lange nicht mehr. Er war der erste namhafte Vertreter Washingtons, der seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zu Gesprächen nach Moskau gekommen ist. Von dort aus durfte er im Februar den US-Bürger Marc Fogel mit zurück nehmen, den Russland 2021 inhaftiert hatte. Dem Lehrer wurde vorgeworfen, dass er mit Marihuana nach Russland einreisen wollte. Eine Anschuldigung, die Fogel stets zurückgewiesen hatte.

Der Milliardär ist nicht unbedingt dafür bekannt, das Rampenlicht zu suchen. Doch der Fogel-Deal hat Witkoff in den USA einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Spätestens mit dem Besuch bei Wladimir Putin ist Witkoff auch international eine bekannte Größe geworden. Als „ netten und smarten Typ“ soll Trump seinen Kumpel bezeichnet haben, schreibt der britische Economist.

Und wenn die Auguren in Washington richtig liegen, dann wird der Trip des „sympathischen Typen“ nach Moskau nicht die letzte heikle Mission des Trump-Vertrauten gewesen sein. Es wird vermutet, dass Witkoff auch der Mann sein soll, der die Kontakte zwischen den USA und dem Mullah-Regime in Teheran anbahnen soll. Passen würde es ja irgendwie.

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Erstellt:
14. März 2025, 14:48 Uhr

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