Rederekord im US-Kongress

US-Senator bricht Rekord mit Marathon-Rede gegen Trump

Rederekord im US-Kongress: Mit der längsten Rede in der Geschichte des Senats hat der demokratische Senator Cory Booker in der Kongresskammer gegen die Politik von Präsident Donald Trump protestiert. Er sprach rund 25 Stunden lang.

US-Senator Cory Booker hat eine Protestrede gegen Trump gehalten und mit 25 Stunden den bisherigen Rekord geknackt.

© AFP/ANDREW CABALLERO-REYNOLDS

US-Senator Cory Booker hat eine Protestrede gegen Trump gehalten und mit 25 Stunden den bisherigen Rekord geknackt.

Von red/afp

Rederekord im US-Kongress: Mit der längsten Rede in der Geschichte des Senats hat der demokratische Senator Cory Booker in der Kongresskammer gegen die Politik von Präsident Donald Trump protestiert. Der 55-Jährige beendete seine kämpferische Marathon-Ansprache am Dienstagabend um 20.05 Uhr (Ortszeit, Mittwoch 02.05 MESZ) nach einer Rekordzeit von 25 Stunden und fünf Minuten. Damit sprach Booker 47 Minuten länger als der bisherige Rekordhalter Strom Thurmond.

Booker war am Montagabend um 19.00 Uhr (Dienstag 01.00 Uhr MESZ) im Senat ans Rednerpult getreten. Er sprach die ganze Nacht hindurch und hielt sich auch im weiteren Verlauf des Tages weiter auf den Beinen, um Trumps Politik zu geißeln. 

„Ich erhebe mich heute Abend, weil ich ehrlich glaube, dass unser Land sich in einer Krise befindet“, sagte Booker. „Das sind keine normalen Zeiten.“

Booker kritisiert Entlassungen

Der Senator und frühere Präsidentschaftsbewerber kritisierte unter anderem Trumps radikale Kürzungen des Staatsapparats mit der Entlassung von tausenden Angestellten des öffentlichen Dienstes. Booker warf dem Rechtspopulisten auch vor, immer mehr Macht an sich zu reißen und damit die US-Demokratie zu gefährden. Er sprach dabei von einem „verfassungswidrigen“ Vorgehen Trumps. 

„In nur 71 Tagen hat der Präsident der Vereinigten Staaten der Sicherheit der Amerikaner, der finanziellen Stabilität, den Grundlagen unserer Demokratie so viel Schaden zugefügt“, sagte der demokratische Senator, der in der Kongresskammer den Bundesstaat New Jersey vertritt.

Die USA befänden sich in einem entscheidenden Moment moralischer Entscheidungen. „Es geht nicht um links oder rechts. Es geht um richtig oder falsch“, appellierte der Senator an seine Kollegen.

Booker zeigt Durchhaltevermögen bei Rede

Booker zeigte in seiner Rede bemerkenswertes Durchhaltevermögen: Um das Rederecht nicht zu verlieren, musste er durchgehend stehen bleiben und durfte nicht einmal auf die Toilette. Der Senator füllte die Zeit nicht nur mit Kritik an Trump, sondern auch mit dem Vorlesen von Gedichten und Ausführungen über Sport. Außerdem beantworte er Fragen von Senatskolleginnen und Senatskollegen und war mit Blick auf seine „biologischen“ Bedürfnisse sogar zu Scherzen aufgelegt.

Auch als Booker seine Rede nach 25 Stunden und fünf Minuten beendete, klang seine Stimme noch immer kraftvoll, wenngleich der Senator etwas emotionaler wirkte.

Als sich Bookers Rede ihrem Ende neigte und er dabei war, den Rekord zu brechen, füllten sich die Zuschauerränge der Kongresskammer erneut. Während immer mehr demokratische Parlamentarier sich der Sitzung anschlossen, blieben ihr Trumps Republikaner weitgehend fern.

Rekordhalter bisher war Rede aus 1957

Ähnliche, wenn auch kürzere Marathonreden hat es im US-Senat immer wieder gegeben. Sie sind unter dem Namen Filibuster bekannt als Mittel, Abstimmungen über Gesetze hinauszuzögern. Rekordhalter was bislang der rechtsgerichtete Senator Strom Thurmond. Seine im Jahr 1957 gehaltene Rede dauerte 24 Stunden und 18 Minuten. Mit ihr versuchte Thurmond damals, ein Bürgerrechtsgesetz für Afroamerikaner zu blockieren.

Der Rekord von Strom Thurmond habe ihn schon „immer gejuckt“, sagte Booker, selbst Afroamerikaner, später dem Sender MSNBC. Besonders habe ihn empört, dass „die längste Rede in unserem großartigen Senatssaal“ von jemandem gehalten worden sei, der versucht habe, „Leute wie mich“ davon abzuhalten, dort Platz zu nehmen.

Technisch gesehen war Bookers jetzige Rede kein Filibuster, weil im Senat keine Abstimmung über einen Gesetzestext anstand. Booker wollte vielmehr ein Zeichen gegen Trumps Politik setzen und vermutlich auch seine Partei aufrütteln.

Viele Anhänger der Demokraten werfen der Oppositionspartei vor, Trump und seiner Politik nicht ausreichend energisch entgegenzutreten. Angesichts der Flut an Maßnahmen, Ankündigungen und gezielten Grenzüberschreitungen des Präsidenten wirken die Demokraten häufig wie gelähmt.

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Erstellt:
2. April 2025, 09:52 Uhr

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