Partielle Mondfinsternis

Am Freitag geht der Mond früher unter

Der Erdtrabant schiebt sich in den Schatten seines Planeten. Über Deutschland ist am Freitag am Morgenhimmel eine partielle Mondfinsternis zu bestaunen, wenn niemand im Weg ist.

Der Beginn einer Mondfinsternis ist am frühen Morgen am Himmel über dem brandenburgischen Jacobsdorf zu sehen.

© Patrick dpa/Patrick Pleul

Der Beginn einer Mondfinsternis ist am frühen Morgen am Himmel über dem brandenburgischen Jacobsdorf zu sehen.

Von Markus Brauer/dpa

Schaulustige können am Freitag (14. März) am Morgenhimmel eine partielle Mondfinsternis beobachten, allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt. Eine totale Phase der Finsternis sei über dem deutschsprachigen Raum nicht zu sehen, sagt der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Bensheim, Uwe Pilz. Aber kurz nach 6 Uhr am Morgen sei im Westen bei freier Sicht der Schatten auf dem untergehenden Vollmond zu sehen.

DWD: Chancen für freie Sicht eher gering

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach sind die Chancen allerdings eher gering. Im Süden und Südwesten wird der Himmel den aktuellen Prognosen zufolge stark bewölkt sein.

„Im Norden und Nordwesten kann es dagegen einzelne Auflockerungen geben, ob diese allerdings ausreichen, um die partielle Mondfinsternis zu sehen, ist noch unklar“, erklärt DWD-Meteorologin Sabine Krüger.

Untergang schon gegen 06.30 Uhr

Bei einem solchen Ereignis tritt der Mond zum Vollmond-Zeitpunkt in den Kernschatten des Planeten ein. Diesmal beginnt die Mondfinsternis um 4.56 Uhr deutscher Zeit mit dem Eintritt in den Halbschatten. Sichtbar wird das Schattenspiel erst mit Eintauchen des Mondes in den Kernschatten um 6.09 Uhr.

Doch da geht der Mond dann schon bald unter: in Hamburg um 6.43 Uhr, in Berlin um 6.29 Uhr, in München um 6.34 Uhr. Er ist also weg, lange bevor die Finsternis vollständig ist. Besser über Deutschland zu sehen ist Pilz zufolge eine partielle Sonnenfinsternis am 29. März.

Partielle Sonnenfinsternis am 29. März

Auch die Uhrzeit und der Bedeckungsgrad der Sonne sind ortsabhängig. Die Sonnenfinsternis beginnt in Hamburg um 11.25 Uhr und endet um 13.09 Uhr. Für Berlin lauten die Zeiten für Beginn und Ende 11.32 und 13.08 Uhr und für München 11.27 und 12.56 Uhr.

Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, sollte bedenken: Vorsicht bei jeder Sonnenbeobachtung! Niemals direkt und ungeschützt in die Sonne sehen - schon gar nicht per Fernglas oder Teleskop.

Info: Mondglaube und Komplementärmedizin

Lunas Lauf Die Vorstellung, dass der Mond und seine Phasen ähnlich wie auf die Gezeiten von Ebbe und Flut auch Einfluss auf unser Wohlergehen haben, ist in der Komplementärmedizin weit verbreitet. Nicht nur die Art der Behandlung und die Wahl der Heilmittel sollen für die Gesundung wichtig sein, sondern auch der richtige Zeitpunkt.

Hippokrates Lunas magisch-mystische Wirkung ist aus der abendländischen Medizingeschichte nicht wegzudenken. Hippokrates, dem berühmtesten Arzt des Altertums, galt im fünften Jahrhundert vor Christus der Mond als Verursacher so mancher seelischer Abnormitäten.

Paracelsus Der Arzt und Alchimist Paracelsus sah im 16. Jahrhundert einen engen Zusammenhang zwischen der Wirksamkeit von Heilkräutern und den Mondphasen. Vor allem in der Volksheilkunde spielten die Mondphasen eine wichtige Rolle: Der zunehmende Mond fördert, lässt wachsen und gedeihen – der abnehmende Mond dagegen hemmt, schädigt und lässt schwinden.

Antik-mittelalterliche Astromedizin Im 16. Jahrhundert vertrauten Ärzte bei Diagnose und Therapie blindlings auf die Sterne. Ohne die richtige Konstellation der Himmelsgestirne bestand kaum Hoffnung auf Heilung.

Iatromathematik Die Iatromathematik – wie die antik-mittelalterliche Astromedizin genannt wurde – war fester Bestandteil der Heilkunde, bis Galileo Galilei und Isaac Newton das magische Weltbild durch ihre astronomischen und physikalischen Entdeckungen endgültig ins Wanken brachten.

Frauenbewegung Sogar die moderne Frauenbewegung beruft sich auf uraltes matriarchalisches Heilwissen, das sich aus den Mondkräften speist. So gibt es kaum etwas, das nicht vom Mond beeinflusst sein soll: Scheint der Mond am Himmel hell, sollen Fruchtbarkeit, Aggression und Depression gedeihen.

Fernöstliche Medizin Auch in der fernöstlichen Medizin spielt der Mond eine zentrale Rolle: In der traditionellen Chinesischen Medizin steht er für Yin – Schatten und Dunkelheit. Die Sonne symbolisiert Yang – Helligkeit und Licht. Yin und Yang repräsentieren entgegengesetzte und sich dabei ergänzende Prinzipien und Kräfte, deren Balance alles Sein beeinflusst.

Ayurveda In der Ayurveda, der indischen Heilkunst, entspricht der Mond einer von drei Lebensenergien (Doshas), die sämtliche Vorgänge in Körper, Geist und Psyche steuern. Wer meditieren will, sollte dies möglichst an Vollmond tun.

Tibet In Tibet gilt Vollmond als bester Tag, um mit spirituellen Meistern Kontakt aufzunehmen, da der Geist an diesem Tag besonders geöffnet ist.

Zen Im Zen ist der Mond das Symbol für Erleuchtung.

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Erstellt:
12. März 2025, 08:58 Uhr

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