Prämierte Privatgärten
Das sind die schönsten Gärten des Jahres
Ein Garten kann die ganze Welt darstellen. Und für seinen Besitzer auch die Welt bedeuten. Wir zeigen Fotos von den „Gärten des Jahres 2025“. Ein Garten aus der Region Stuttgart ist unter den ausgezeichneten Projekten.

© / Sabrina Rothe Photography
Der Gewinnergarten am Stadtrand von Krefeld, geplant von Burkhard Damm, zu finden auch in dem Bildband „Gärten des Jahres 2025“.
Von Andrea Jenewein
„Auch ich war immer daheim, grub, krautete, stocherte, handhabte die Gießkanne, besah alles, was wuchs, tagtäglich genau und bin daher mit jeder Rose, mit jedem Kohlkopf, mit jeder Gurke intim bekannt geworden. Eine etwas beschränkte Welt, so scheint’s. Und doch, wenn man’s recht erwägt, ist all das Zeugs, von dem jedes einzelne unendlich und unergründlich ist, nicht weniger bemerkenswerth, als Alpen und Meer, als Japan und China“, sagte einst der Zeichner, Maler und Schriftsteller Wilhelm Busch.
Recht hat er freilich. Ein Garten kann die ganze Welt darstellen. Und für seinen Besitzer auch die Welt bedeuten. Zumal heute nicht nur im Garten geackert wird, sondern auch vielen Tätigkeiten nachgegangen wird, die man sonst eher mit dem Urlaub verbindet.
Im Garten entspannt man sich, im Garten wird nicht nur gegrillt, sondern auch gekocht und natürlich gegessen – und vor allem geschwommen. So könnte man zumindest meinen, wenn man sich das Buch „Gärten des Jahres 2025“ besieht. Denn dort scheint man in fast jedem zweiten Garten über einen Pool, einen Schwimmteich oder zumindest über einen Teich zu stolpern.
Der Callwey Verlag zeichnet mit dem Wettbewerb „Gärten des Jahres 2025“ bereits zum zehnten Mal die schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum aus. Eine Jury wählt zwischen besonders gelungenen, realisierten Privatgärten aus, die von Landschaftsarchitekten, Gartengestaltern sowie Garten- und Landschaftsbauern eingereicht werden und prämiert diese. Es gibt einen ersten Preis sowie Anerkennungen und Projekte, die im gleichnamigen Buch gezeigt werden.
Der Gewinnergarten liegt am Stadtrand von Krefeld und wurde vom Landschaftsarchitekten Burkhard Damm entworfen. Der Hausgarten ist stolze 2500 Quadratmeter groß und besticht laut der Jury durch „seine geschickte gestalterische Zonierung mit einem vorbildlichen Übergang in die freie Landschaft des Niederrheins“.
Die verschiedenen Nutzungsbereiche sind gekonnt in das Gesamtkonzept integriert; so ist der Pool hinter einer Staudenbepflanzung am Rande des Gartens platziert – so vermeidet Damm „eine zu große Dominanz und schafft einen intimen Bereich“. Auch eine gut integrierte Außenküche gibt es.
Die überzeugendste Aussage des Gartens sei jedoch „die dem Standort und den Herausforderungen des Klimawandels angepasste Bepflanzung in gelungener Kombination mit ausgewählten Solitärgehölzen, Stauden und Gräsern“. Die mögen auch die frei laufenden Hühner.
„Locker, luftig, leicht“
Eine Anerkennung bekam ein Garten in einem Vorort von München, gestaltet von Christiane von Burkersroda. Die Jury rühmt ihn als „locker, luftig, leicht“. Alles wirke so „selbstverständlich platziert, jedes Element am richtigen Platz und in perfekter Harmonie“. Besonders herausgehoben innerhalb dieses von Stauden und Gräsern geprägten Gartens wird die lange Sitzmauer, die zugleich als überlange Sitzbank dient: „Sie bildet das zentrale Stützgerüst im Garten, ist Stützpunkt und Gerüstgeber“.
Ein weiterer Garten in Bayern erhält eine Anerkennung, dieser liegt in Amerang. Gestaltet hat ihn Alexandra Lehne von der Soulgarden GmbH. „Bauerngarten trifft auf Moderne“, urteilte die Jury, „eine perfekte Symbiose zwischen ländlicher Idylle und modernen Elementen“. Die Bauherrin wünschte sich einen bunten, wilden Garten, der im starken Kontrast zu ihrem modernen Haus steht, welches in eine uralte Scheune integriert wurde. Auch hier gibt es einen Pool mit Terrasse, dazu ein altes Saunahaus.
Afrikanische Schmucklilie statt Waschbetonplatten
Eine dritte Anerkennung ging an einen großstädtischen Garten im österreichischen Wien. Neugestaltet hat diesen Peter Baumgartner von Begründer. Das Ergebnis sei „wunderbar wohnlich“. Die Ausgangslage sei hingegen trostlos gewesen: Der zwanzig Jahre alte Garten einer Rentnerin bestand aus Thujahecke, etwas Rasen und Waschbetonplatten. Dank Abstufung verschiedener Ebenen hat Baumgartner es geschafft, den Garten größer erscheinen zu lassen: Auf der mediterran gestalteten Holzterrasse gibt es Patz für einen Esstisch für bis zu zwölf Personen und zudem für eine Außenküche – und einen kleinen Pool. Auch die Bepflanzung ist mediterran: vom Rosmarin bis zur Afrikanischen Schmucklilie ist alles dabei.
Die vierte Anerkennung geht an einen Hausgarten Wedemark in Niedersachsen. Der Auftrag an die Meißner Gartengestaltung GmbH war kurz und knapp: „Das Haus soll mit der Umgebung verschmelzen und ein Ort der Ruhe und Erholung sein“. Geschaffen wurde eine Kombination aus Teich, üppigen Pflanzenbeeten und einem Hühnerbereich.
Unter den ausgezeichneten Projekten gibt es auch etliche Gärten aus Baden-Württemberg – sowie auch ein Garten in Stein am Rhein in der Schweiz, dessen Muschelsteine aus Crailsheimer Muschelkalk sind, die vom alten Stuttgarter Hauptbahnhof stammen. Ansonsten reihen sich ein Garten aus Odenwald und Hohentegen am Hochrhein in die ausgezeichneten Gärten im Land ein.
Sowie einer aus Fellbach bei Stuttgart. Hier ist im milden Weinbaumklima ein Steppengarten entstanden. Der Garten ist blütenreich , beherbergt aber auch Palmen, eine Auswahl an Gewächsen aus mediterranen Gebieten, Steppen Osteuropas und den trockenen Prärien Nordamerikas. „Hier findet das Erlebnis einer Reise in ferne Länder und Pflanzenwelten im eigenen Garten statt“, sagt Bettina Jaugstetter, die den Garten gestaltet hat. Womit wir wieder am Anfang des Artikels angekommen wären.
Weitere Bilder von Gärten aus dem Buch finden sich in der Bildergalerie.
Info
Das Buch„Gärten des Jahres 2025“ von Stephan Lenzen und Konstanze Neubauer. 320 Seiten mit zahlreichen Fotografien. Callwey Verlag, 59,95 Euro.

© Callwey Verlag/Sabrina Rothe Photography
Der Gewinnergarten liegt am Stadtrand von Krefeld und wurde vom Landschaftsarchitekten Burkhard Damm entworfen. Der Hausgarten ist stolze 2500 Quadratmeter groß und besticht laut der Jury durch „seine geschickte gestalterische Zonierung mit einem vorbildlichen Übergang in die freie Landschaft des Niederrheins“.

© Callwey Verlag/Ferdinand Graf Luckner
Eine Anerkennung bekam ein Garten in einem Vorort von München, gestaltet von Christiane von Burkersroda. Die Jury rühmt ihn als „locker, luftig, leicht“. Alles wirke so „selbstverständlich platziert, jedes Element am richtigen Platz und in perfekter Harmonie“. Besonders herausgehoben innerhalb dieses von Stauden und Gräsern geprägten Gartens wird die lange Sitzmauer, die zugleich als überlange Sitzbank dient: „Sie bildet das zentrale Stützgerüst im Garten, ist Stützpunkt und Gerüstgeber“.

© Callwey Verlag/Ulrike Romeis
Ein weiterer Garten in Bayern erhält eine Anerkennung, dieser liegt in Amerang. Gestaltet hat ihn Alexandra Lehne von der Soulgarden GmbH. „Bauerngarten trifft auf Moderne“, urteilte die Jury, „eine perfekte Symbiose zwischen ländlicher Idylle und modernen Elementen“.

© Callwey Verlag/MW Architekturfotografie
Eine dritte Anerkennung ging an einen großstädtischen Garten im österreichischen Wien. Neugestaltet hat diesen Peter Baumgartner von Begründer. Das Ergebnis sei „wunderbar wohnlich“. Dank Abstufung verschiedener Ebenen hat Baumgartner es geschafft, den Garten größer erscheinen zu lassen: Auf der mediterran gestalteten Holzterrasse gibt es Patz für einen Esstisch für bis zu zwölf Personen und zudem für eine Außenküche – und einen kleinen Pool. Auch die Bepflanzung ist mediterran: vom Rosmarin bis zur Afrikanischen Schmucklilie ist alles dabei.

© Callwey Verlag/Thorsten Scherz Fotografie
Die vierte Anerkennung geht an einen Hausgarten Wedemark in Niedersachsen. Der Auftrag an die Meißner Gartengestaltung war kurz und knapp: „Das Haus soll mit der Umgebung verschmelzen und ein Ort der Ruhe und Erholung sein“. Geschaffen wurde eine Kombination aus Teich, üppigen Pflanzenbeeten und einem Hühnerbereich.

© Callwey Verlag/Ferdinand Graf Luckner
Als Newcomer wurde die Daniel Berg GmbH mit einem Garten in Bonstetten im Schweizer Kanton Zürich ausgezeichnet. Er erstreckt sich um ein denkmalgeschütztes Bauernhaus. Er ist mit einer Terrasse und einem Schwimmteich ausgestattet.

© Callwey Verlag/Verena Schweizer
Im milden Weinbaumklima in Fellbach hat Bettina Jaugstetter einen Steppengarten entstehen lassen. Der Garten ist blütenreich, beherbergt aber auch Palmen, eine Auswahl an Gewächsen aus mediterranen Gebieten, Steppen Osteuropas und den trockenen Prärien Nordamerikas.

© Callwey Verlag/Vladyslav Pustovit Fotografie
In Baden-Württemberg liegen noch weitere ausgezeichnete Gärten, etwa in Hohentegen am Hochrhein. Hier hat das Atelier Wehrle einen Bauerngarten neu interpretiert. Auf dem Foto zu sehen ist ein Mammutblatt mit Ausblick auf den Rhein.

© Callwey Verlag/Sam Bosshard Fotografie
Die hier gezeigten Bilder stammen aus dem lesenswerten Buch „Gärten des Jahres 2025“ von Stephan Lenzen und Konstanze Neubauer. 320 Seiten mit zahlreichen Fotografien. Callwey Verlag, 59,95 Euro.