Der Außenseiter plant Historisches
Holstein Kiel geht mit Rückenwind in die Partie gegen den VfB – hat aber auch Respekt vor den Stuttgartern.
Von David Scheu
Stuttgart - Dass Holstein Kiel ein unangenehmer Gegner sein kann, hat der VfB Stuttgart schon im Hinspiel erfahren. Damals gab es für das Team von Sebastian Hoeneß vor heimischem Publikum einen knappen und hart erkämpften 2:1-Sieg gegen den Aufsteiger. Jetzt, ein halbes Jahr später, spricht vieles für eine ähnlich unbequeme Partie, wenn der VfB an diesem Samstag (15.30 Uhr) im Holstein-Stadion antritt.
Durch den jüngsten 1:0-Auswärtssieg bei Union Berlin haben die Kieler ein Ausrufezeichen gesetzt, die Brust im Abstiegskampf ist fraglos noch ein bisschen breiter geworden. „Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, allerdings haben wir auch Rückenwind aus dem letzten Spiel“, sagt der Kieler Cheftrainer Marcel Rapp, der von 2007 bis 2011 beim VfB-Stadtrivalen Stuttgarter Kickers spielte.
Die Holsteiner können dabei auf eine Steigerung im Saisonverlauf zurückblicken. Hatte Kiel vor dem Hinspiel in Stuttgart gerade einmal zwei Punkte auf dem Konto, sind sie nun mit 16 Zählern angekommen im Kampf um den Klassenverbleib – der Rückstand auf Relegationsrang 16 beträgt nur noch einen Punkt. Insbesondere die Offensive hat sich mit 35 Saisontoren als konkurrenzfähig erwiesen, defensiv dagegen steht das Team bereits bei 59 Gegentoren – die meisten der Bundesliga.
Dass die Stuttgarter mit nur vier Punkten aus sechs Ligaspielen im Gepäck anreisen und zuletzt auf Rang neun abgerutscht sind, hat für Rapp indessen keine große Aussagekraft: „Der VfB ist eine Mannschaft, die individuelle Qualität hat, die einen Plan hat, Fußball zu spielen. Daher sollte man sich nicht täuschen lassen vom Tabellenplatz oder von den Ergebnissen, die sie in den letzten Wochen erzielt haben.“ Was aber nichts daran ändert, dass die Kieler in der Außenseiterrolle überraschen wollen. Zwei Erfolge in Serie gelangen ihnen in der Bundesliga noch nicht – ein Sieg wäre also historisch.