Aktienvorschau

Europas Börsen im Aufwind – das birgt Enttäuschungspotenzial

Ausblick auf die Börsenwoche: Trumps Politik schreckt Investoren ab. Diese empfehlen plötzlich europäische Aktien – das birgt Enttäuschungspotenzial, meint unser Autor.

Die Stimmung vieler Anleger hierzulande bewegt sich  zwischen den Sorgen vor einem Handelskrieg und den Hoffnungen auf mehr Wachstum in Deutschland.

© IMAGO/Zoonar/Matej Kastelic

Die Stimmung vieler Anleger hierzulande bewegt sich zwischen den Sorgen vor einem Handelskrieg und den Hoffnungen auf mehr Wachstum in Deutschland.

Von Jonas Schöll

Für Donald Trump heißt es „America First“. Für viele Investoren wird das Motto hingegen immer mehr zu „Europe First“. Sie wenden sich mit ihrem Geld wieder verstärkt in Richtung Alte Welt. So hat in den vergangenen Wochen eine massive Umschichtung an den Aktienmärkten stattgefunden. Investoren haben US-Titel untergewichtet – und in europäische Werte umgeschichtet.

„Fallende US Aktien und steigende europäische, das gab es in der Vergangenheit selten“, beschreibt LBBW-Aktienstratege Frank Klumpp die Situation. Inzwischen fragen sich viele Anleger, ob nach einer langen Dominanz von US-Aktien jetzt Euro-Titel vor einer Renaissance stehen. Die jüngsten massiven Ausgabenpakete Deutschlands für Rüstung und Infrastruktur haben diesbezügliche Fantasien zusätzlich beflügelt.

Analystin: „Auch Euro-Aktien sind inzwischen teuer“

Doch Anleger sollten auf der Hut sein: „Inzwischen weisen auch Europas Börsen historisch erhöhte Bewertungsniveaus auf. Dies birgt Enttäuschungspotenzial“, sagt LBBW-Experte Klumpp. Analystin Claudia Windt von der Helaba schlägt in die selbe Kerbe: „An den hiesigen Aktienmärkten wurden bereits viele Vorschusslorbeeren verteilt. Auch Euro-Aktien sind inzwischen teuer.“ Finanzmarktexperte Robert Halver rät, das regelmäßige Aktiensparen fortzusetzen: „Damit lassen sich die Kursschwankungen gut parieren, indem man günstige Durchschnittskurse erreicht.“

Unsicherheit an den Börsen bleibt hoch

In der neuen Börsenwoche bleibt die Unsicherheit hoch. Der neuerliche Preisrekord beim Krisenmetall Gold mag als eine kleine Warnung dienen, weder die Inflations- noch die Konjunkturrisiken der Trumpschen Handelspolitik zu unterschätzen. Neben der US-Politik stehen Stimmungsindikatoren im Fokus der Anleger. Die Einkaufsmanagerindizes (Montag) dürften zeigen, dass die Aussichten für die Wirtschaft im Euroraum vorerst trüb bleiben. Für die ifo-Umfrage unter den Unternehmen (Dienstag) erwarten Analysten hingegen einen Anstieg des Geschäftsklimas.

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Erstellt:
23. März 2025, 10:38 Uhr

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