Vogelgrippe
Experten warnen vor neuer Pandemie
Vogelgrippe breitet sich auf Haustiere aus: Experten sprechen von „stiller Pandemie“ bei Katzen und Hunden in den USA, und zudem sind Eier knapp. Wie gefährlich kann das für Menschen werden?

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Die Vogelgrippe wird von der Virus-Variante H5N1 übertragen.
Von Michael Maier
Genau fünf Jahre nach Corona entwickelt sich die Vogelgrippe H5N1 zunehmend zur Bedrohung für Säugetiere. Während ursprünglich nur Geflügel und Wildvögel betroffen waren, häufen sich nun Fälle bei Hauskatzen und Hunden, besonders im US-Bundesstaat New Jersey. Experten sprechen bereits von einer „stillen Pandemie“ bei Haustieren. Auch von einem Eiermangel ist die Rede – zumindest in den USA.
Die Tiere infizieren sich durch Kontakt mit kranken Vögeln, nicht ausreichend sterilisiertes Tierfutter oder kontaminierte Milchprodukte. Für Hauskatzen hat sich das Virus als besonders gefährlich erwiesen. Infizierte Tiere leiden unter Atemnot, Durchfall und Wassereinlagerungen im Kopf.
Vogelgrippe in den USA
In den USA gab es Ende 2024 auch erste menschliche Infektionen - ein Kind in Kalifornien und ein Teenager in Kanada zeigten leichte Symptome. Im Januar 2025 wurde der erste Todesfall in Louisiana verzeichnet - ein über 65-jähriger Mann mit Vorerkrankungen, der sich vermutlich bei Vögeln in seinem Garten angesteckt hatte. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bislang allerdings nicht nachgewiesen.
Wissenschaftler fordern in einem aktuellen Artikel im Journal „Science“ dennoch zum Handeln auf. Sie empfehlen verstärkte Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Impfstofftechnologien, insbesondere mRNA-basierter Impfstoffe, sowie beschleunigte Zulassungsverfahren für Pandemie-Impfstoffe.
Vogelgrippe bei Menschen (2024/2025)
- Ein Kind in Kalifornien (leichte Symptome)
- Ein Teenager in Kanada (leichte Symptome)
- Ein Todesfall in Louisiana (Patient über 65 mit Vorerkrankungen)
Aktuelle Vogelgrippe-Situation
- Keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung nachgewiesen
- In der EU bisher keine menschlichen Fälle
- Behörden stufen Risiko für Allgemeinbevölkerung als gering ein
- Experten fordern Vorbereitung auf mögliche Pandemie
Vogelgrippe in Feuchtwangen
In Deutschland wurden mehrere Ausbrüche in Sachsen registriert, darunter bei einem Jungschwan und zwei Bussarden. In einem Geflügelbetrieb in Grimma mussten 100 Tiere getötet werden. In Feuchtwangen an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg wurden Anfang März 2025 rund 30.000 Puten und Putenküken nach einem Verdachtsfall getötet.
Während in der EU bisher keine menschlichen Infektionen nachgewiesen wurden, raten Behörden zur Vorsicht. Das CDC in den USA schätzt das Risiko für die Allgemeinbevölkerung derzeit als gering ein, beobachtet die Situation aber genau.