Streikpremiere am Staatstheater
Erstmals versammelten sich am Dienstag künstlerisch Beschäftigte zum Streik. Worum geht es?

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Ungewohntes Bild: Streikende Staatstheater-Beschäftigte vor dem Opernhaus Stuttgart
Von Nikolai B. Forstbauer
Stuttgart - Etwa 100 Beschäftigte der Staatstheater Stuttgart versammelten sich am Dienstagmittag mit Streikschildern und Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen. Das Besondere: Erstmals überhaupt streikten nicht Beschäftigte der Bühnentechnik, sondern überwiegend künstlerisch Beschäftigte. Mit ihrem halbstündigen Ausstand reihten sich die Streikenden in einen bundesweiten Aktionstag ein.
Obwohl die Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles (VDO) als dritte Gewerkschaft für die Beschäftigten im Normalvertrag Bühne anders als die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und der Bundesverband Schauspiel (BFFS) den ausgelaufenen Tarifvertrag nicht gekündigt hat, unterstützt sie den Ausstand ausdrücklich. Den in großer Zahl anwesenden VDO-Mitgliedern galt denn auch der Dank der GDBA-Lokalverbandsvorsitzenden, Marion Bleutge und Torsten Hofmann.
Die überwiegend künstlerisch Beschäftigten fordern fünf Stunden Ruhezeit vor einer Vorstellung, verbindliche Wochenpläne, eine 39-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für die Beschäftigten in der Sonderregelung Bühnentechnik, Ausgleichsregelungen für Überstunden und Regelungen für Überstundenzuschläge. Die Verhandlungen hätten, sagte Hofmann, „gut begonnen, zu gut vielleicht“. Denn nun zeige der Deutsche Bühnenverein als Vertreter der Arbeitgeber „keine Bewegung mehr“.