Tapir-Kalb Melati entwickelt sich prächtig
Im Oktober ist der Schabrackentapir Melati in der Wilhelma geboren worden. Jetzt hat er eine Patin.

© Wilhelma/Birger Meierjohann
Schabrackentapir Melati in der Wilhelma mit Mutter Maya.So sieht Schabrackentapir Melati in der Wilhelma aktuell aus. Im Bild mit Mutter Maya.
Von Iris Frey
Stuttgart - Bei den derzeit warmen Temperaturen ist die Tapir-Tochter mit Mutter Maya jetzt öfter in der Außenanlage in der Wilhelma anzutreffen – und zeigt sich putzmunter. Das Kalb war am 4. Oktober vorigen Jahres in der Wilhelma zur Welt gekommen. Inzwischen ist der noch nicht ganz sechs Monate alte Nachwuchs schon so weit entwickelt, dass sich das Kalb wie die Mutter von Heu, Gemüse, Zweigen und Laub ernährt, wie Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann erzählt. Aber es werde weiterhin zusätzlich gesäugt. Entwöhnt seien die Jungtiere üblicherweise nach ein- bis eineinhalb Jahren.
Dass Melati, was auf Indonesisch so viel wie Jasminblume bedeutet, größer und älter wird, zeigt sich nun auch an der natürlichen Veränderung ihres Fells. Anfangs war es dunkel und mit vielen kleinen weißen Tupfen und Streifen übersät. Jetzt ähnelt es schon sehr dem Tarnmuster der Alttiere, die so im Regenwald weniger auffallen. Damit macht das Jungtier seinem Namen alle Ehre, denn Schabracke bedeutet Satteldecke. Die asiatische Tierart sieht in der hell- und dunkelgrauen Fellfärbung so aus, als ob ihr eine Satteldecke übergeworfen worden sei.
Die Geburt von Melati hat viele Zoo-Besucher begeistert. Darunter auch Nadine Grund, die Inhaberin des in Düsseldorf ansässigen Unternehmens Grund Coaching. Sie hat sich deshalb für eine Patenschaft entschieden – trotz ihres Umzugs von Stuttgart nach Düsseldorf. Denn sie empfinde, die Wilhelma, wie sie sagt, „als „wunderbaren Ort der Entschleunigung, Achtsamkeit und Sehnsucht“. Sie habe schon länger darüber nachgedacht, eine Tierpatenschaft zu übernehmen. „Mit der Geburt des Schabrackentapir-Babys Melati war es für mich als Mutter einer dreijährigen Tochter ein klares Zeichen, diesen Plan in die Tat umzusetzen.“
Schabrackentapire gelten in ihrer Heimat, den tropischen Wäldern in Malaysia, Myanmar, Thailand und auf der indonesischen Insel Sumatra, als stark gefährdet. Die Weltnaturschutzunion IUCN geht von nur noch 2500 Tieren aus. „Das Ex Situ-Zuchtprogramm des europäischen Zooverbands EAZA umfasst nur rund 50 Exemplare dieser charismatischen Art“, betont Zoodirektor Thomas Kölpin, „darum ist jedes einzelne geborene Tier so ungeheuer wichtig.“