„Peter is here“: Virtueller Petersdom

Vatikan und Microsoft entwickeln Minecraft-Lernspiel zum Petersdom

Bis zu 60.000 Menschen kommen täglich in den Petersdom. Ab sofort kann man in der berühmten Papstkirche herumrennen, auf Statuen und Säulen klettern oder das Petrusgrab erkunden – am Laptop und per Spielkonsole.

Mit dem Lernspiel „Peter is here“ (Petrus ist hier) sollen junge Leute Geschichte und Architektur der Petersbasilika in Rom kennenlernen und zugleich neugierig werden auf ihr kulturelles und spirituelles Erbe

© © Minecraft Education

Mit dem Lernspiel „Peter is here“ (Petrus ist hier) sollen junge Leute Geschichte und Architektur der Petersbasilika in Rom kennenlernen und zugleich neugierig werden auf ihr kulturelles und spirituelles Erbe

Von Markus Brauer/KNA

Petersdom goes Gaming: Der Vatikan und Microsoft haben ein „Minecraft-Bildungsprojekt“ rund um die größte Kirche der Welt, den Petersdom, entwickelt.

Minecraft-Lernprojekt „Peter ist here“

Mit dem Lernspiel „Petrus ist hier“ („Peter is here“) sollen junge Leute Geschichte und Architektur der Basilika kennenlernen und zugleich neugierig werden auf ihr kulturelles und spirituelles Erbe, erklärte Kardinal Mauro Gambetti als „Hausherr“ des Petersdoms am Dienstag (18. März).

Es gehe um Werte wie Menschlichkeit, Ökologie, Kreativität und Religion. „Hier können Schüler und Studierende gleichzeitig lernen und Spaß haben“, sagte der Erzpriester des Petersdoms.

KI-Projekt von Vatikan und Microsoft

Die interaktive Version von Minecraft, eines der beliebtesten Online-Spiele der Welt, ist Teil des KI-Projekts von Vatikan und Microsoft rund um den Petersdom, das im November 2024 vorgestellt wurde.

Microsoft-Chef Brad Smith, der per Video zugeschaltet war, nannte das Minecraft-Projekt einen Meilenstein in der Partnerschaft zwischen dem Tech-Unternehmen und der katholischen Kirche. „Es ist uns gelungen, die Kultur, Religion und das Erbe dieser wunderbaren Institution in die Hände von Kindern in jedem Land der Welt zu legen.“

400.000 Drohnen-Fotos vom Petersdom

Für das KI-Projekt zum Petersdom wurden im Sommer 2023 von zwei Drohnen 400.000 Fotos der Basilika gemacht und mit Künstlicher Intelligenz zu einem digitalen Zwilling des Bauwerks ergänzt.

Ebenso entstanden zwei immersive Ausstellungen im Petersdom sowie eine Website, anhand derer die berühmte Kathedrale von überall auf der Welt erkundet werden kann. Mit der Kombination von Kulturerbe und Gaming wolle man neue und jüngere Zielgruppen erreichen, heißt es.

Eintauchen in die Fiktion einer virtuellen Welt

Der Terminus technicus „immersiv“ stammt vom englischen Begriff „immersion“ – auf Deutsch: „Eintauchen“ oder „Vertiefung in eine Sache“. Der Begriff beschreibt den Effekt, den virtuelle oder fiktionale Welten auf den Betrachter haben: Die Wahrnehmung in der realen Welt vermindert sich und der Betrachter identifiziert sich zunehmend mit der fiktiven Welt, er taucht sozusagen komplett in die Scheinwelt ein.

Bei dem Spiel, das nach einer antiken Inschrift am Petrusgrab „Petrus ist hier“ benannt ist, erhalten Schüler und Studierende in der Basilika Restaurierungsaufgaben. Sie sind etwa aufgefordert, den Baldachin von Bernini, verschiedene Statuen oder das Petrusgrab aufzubauen. Dabei werden kurze Informationen zu den einzelnen Punkten eingeblendet.

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Erstellt:
18. März 2025, 17:26 Uhr
Aktualisiert:
18. März 2025, 18:48 Uhr

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