Leiche des Heidelberger Studenten entdeckt

Für Johann W. wurde die Samaria-Schlucht zur Todesfalle

Trauriger Fund: Fast einen Monat lang wurde ein 20 Jahre alter Heidelberger auf Kreta vermisst. Bergsteiger entdeckten in einer schwer zugänglichen Bergregion seine sterblichen Überreste – und das rein zufällig.

Hochalpines, schwieriges und gefährliches Terrain: Der Mount Gigilos nahe der Samaria-Schlucht auf Kreta im Winter: Der Aufstieg zum auf den 2080 Meter hohen Berggipfel  vor allem bei Schneefall nicht ratsam.

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Hochalpines, schwieriges und gefährliches Terrain: Der Mount Gigilos nahe der Samaria-Schlucht auf Kreta im Winter: Der Aufstieg zum auf den 2080 Meter hohen Berggipfel vor allem bei Schneefall nicht ratsam.

Von Markus Brauer/AFP/dpa

Eine Gruppe von Bergsteigern hat auf Kreta die Leiche des seit Mitte Februar vermissten 20-jährigen Deutschen Johann W. aus Heidelberg gefunden. Der junge Mann aus Heidelberg wurde anhand von Fotos und der Kleidung identifiziert, wie der griechische Sender ERTNews berichtet.

Χανιά: Βρέθηκε νεκρός ο 21 ετών Γερμανός στα Λευκά Όρη https://t.co/n1uU2jRbvB — ERTNEWS (@ertnewsofficial) March 14, 2025

Χανιά: Βρέθηκε νεκρός ο 21 ετών Γερμανός στα Λευκά Όρηhttps://t.co/w7rPGO9X5d — ΠΙΕΣΤΗΡΙΟ.gr - Piestirio.gr (@Piestiriogr) March 14, 2025

Die sterblichen Überreste sollen nun zur gerichtsmedizinischen Untersuchung nach Chania gebracht werden. Die offizielle Suchaktion war bereits vor einigen Tagen eingestellt worden, wie es im Bericht weiter heißt.

Weiterer tödlicher Unfall in der Samaria-Schlucht

Im September 2024 hatte sich bereits ein tödlicher Unfall in der Samaria-Schlucht ereignet. Eine deutsche Touristin starb durch einen von starken Regenfällen ausgelösten Erdrutsch in der Samaria-Schlucht.

Zudem musste eine Gruppe von Besuchern gerettet werden, die die beliebte Attraktion im Westen der Insel gemeinsam mit der 32-Jährigen besucht hatten. Sie waren aufgrund von herabgestürzten Felsen in der Schlucht eingeschlossen.

Die Samaria-Schlucht befindet sich im Bezirksmassiv Lefka Ori im Osten Kretas. Die Gegend ist bei Wanderern beliebt.

Schwieriges hochalpines Gelände

Laut Berichten örtlicher Medien hatten die Kletterer – alles erfahrene Kenner der Region – die Nacht in der Gebirgsregion des rund 2000 Meter hohen Berges Mount Gigilos verbracht, der an der bei Touristen beliebten Samaria-Schlucht liegt. Der Mount Gigilos liegt auf der westlichen Seite der Samaria-Schlucht und dominiert die Landschaft rund um das Omalos Plateau mit seinem Gipfel von 2080 Metern.

Am Freitagmorgen (14. März), kurz nach Tagesanbruch, entdeckten sie in der Region Mitato tou Tzatzimos, einem sehr schwer zugänglichen und gefährlichen Berggebiet westlich der Samaria-Schlucht, den leblosen Körper des jungen Mannes.

Dieser war am 13. Februar zu einer Wanderung in der Region der Samaria-Schlucht aufgebrochen und verschollen. Seiner Schwester hatte er noch die Nachricht gesendet, alles sei in Ordnung. Dann verlor sich seine Spur.

Extreme Bedingungen bei der Vermisstensuche

Die Suche in dem unzugänglichen Gebiet gestaltete sich von Anfang an äußerst schwierig. Dichte Nebelbänke behinderten die Sicht, zwischendurch hagelte und schneite es. Hubschrauber und Drohnen konnten wetterbedingt kaum eingesetzt werden. Rettungskräfte suchten zu Fuß mit Suchhunden, auch Freiwillige waren im Einsatz.

Die Familie des Vermissten finanzierte mit Hilfe von Spenden zusätzliche Rettungsmannschaften, aber auch diese Suche blieb ohne Ergebnis und wurde wegen schlechten Wetters am 2. März vorerst abgebrochen.

Gefährliche Bergtouren rund um Mount Gigilos

Die Besteigung des Mount Gigilos gilt unter Trekking-Experten als besonders anspruchsvoll. Der obere Teil des Berges ist felsig und von tiefen Spalten durchzogen. Normalerweise wird er in den Sommermonaten von Gruppen mit erfahrenen Führern bestiegen.

In den Wintermonaten ist der Zugang zur Schlucht eigentlich verboten, da Starkregen, Schneefall und Nebel zu Überflutungen, Steinschlägen und Erdrutschen führen können.

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Erstellt:
14. März 2025, 15:00 Uhr
Aktualisiert:
14. März 2025, 15:01 Uhr

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